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Mutiges Ziel: Opa Braveheart will in den Bundestag

Günter Hönig (66) kämpft Mutiges Ziel: Opa Braveheart will in den Bundestag

Die Plakate sind handgemalt, die politischen Botschaften handgemacht: Mit einer Politik der einfachen Worte will Günter Hönig in den Bundestag einziehen. Der 66-jährige Wolfsburger kandidiert auf seiner eigenen Liste „Opa Braveheart“.

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Einzelkämpfer: Günter Hönig will bei der Wahl in den Bundestag einziehen.
 

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg.  Politik ist ein schnelllebiges Geschäft: Kaum sind vier Jahre rum, schon ist Opa Braveheart wieder da. Zum zweiten Mal nach 2013 tritt der Wolfsburger Günter Hönig am 24. September als Einzelbewerber bei der Wahl zum Bundestag an. Und diesmal, da ist er sich relativ sicher, wird er den Sprung nach Berlin schaffen: „Einer muss ja mal für Ordnung sorgen.“

Als Wahlkämpfer sieht sich Günter Hönig, wenn er in der Fußgängerzone steht und auf selbst geschriebenen Plakaten um Unterstützung wirbt, nicht. „Nee“, sagt er, „ich bin Wahlkrieger. Braveheart ist ja ein Krieger.“ Womit bereits der zweite Teil bei der Namenswahl seiner selbst erfundenen Liste erklärt werde. Teil eins ist selbst erklärend. Wer mittlerweile 66 Lebensjahre auf dem Buckel hat, darf sich schon mal als Opa titulieren.

Auf seiner Liste steht exakt ein Name. Was das bedeutet, ist Günter Hönig klar. Er muss den Wahlkreis als Direktkandidat gewinnen, eine andere Chance auf Berlin gibt’s nicht. Und sooo schlecht stünden seine Chancen gar nicht, meint der 66-Jährige: „Vor vier Jahren habe ich immerhin 569 Stimmen geholt.“ Gewonnen hat den Wahlkreis Helmstedt-Wolfsburg seinerzeit ein gewisser Günter Lach, „mit über 50.000 Stimmen“, wie sich Hönig zu erinnern glaubt. „Und daran muss ich vorbei.“

Dass er beim Zielen auf den direkten politischen Widersacher mit Plakaten gegen Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs („Was bedeutet OB? A: Oberbetonierer, B: Oberbetrüger“) womöglich die Richtung ein wenig aus dem Auge verloren hat, ficht den Rentner nicht an: „Die Leute sind wütend auf die ganze Polit-Mafia, die wollen das nicht mehr“ – Wolfsburger Rathaus oder Bundestag in Berlin, das macht auch schon keinen großen Unterschied mehr. Und wenn der Braveheart mit seinem mutigen Herzen schon mal in Fahrt ist, bekommt der Landtag in Hannover gleich auch noch sein Fett weg. Die vorgezogene Landtagswahl sei doch sowieso „eine reine Betrugswahl.“ Dagegen wird Opa Braveheart, so bitter das den meisten Wählern jetzt erscheinen mag, wenig ausrichten können – sein Weg führt nach Berlin. Man muss halt Prioritäten setzen.

Von Ulrich Franke

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