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Muslimische Gemeinschaft verteilte den Koran

Wolfsburg Muslimische Gemeinschaft verteilte den Koran

Der Verein Deutschsprachige Muslimische Gemeinschaft aus Braunschweig verteilte am vergangenen Samstag an einem Stand in der Wolfsburger Innenstadt in Höhe der City-Galerie Korane und die Lebensgeschichte des Propheten Mohammed. Dort waren Fragen der Presse zur Zielsetzung der Aktion nicht erwünscht. Auch die Polizei schaute vorbei, Auffälligkeiten gab es aber keine.

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Die Wahrheit über den Islam: Der Verein aus Braunschweig verteilte den Koran in der Innenstadt, Fragen von Seiten der Presse waren allerdings unerwünscht.

Wolfsburg-Stadtmitte. Einer der vier betont höflichen jungen Männer zeigte auf seinem Handy einen „Vertrag“, der als Grundlage für ein Gespräch mit der Presse dienen sollte. Diese Praxis bestätigte auch ein Sprecher der Deutschsprachigen Islamischen Gemeinschaft Braunschweig auf WAZ-Anfrage. In einer E-Mail schreibt er: „Wir sind grundsätzlich dazu bereit, mit Ihnen zu reden – Sie müssen aber Verständnis dafür haben, dass wir wissen wollen, was da als unsere Stellungnahme und unsere Worte geschrieben wird. Deshalb möchten wir auf Anraten unseres Rechtsanwalts nur ein autorisiertes Interview geben.“ Laut Vertragstext dürfen weder der bürgerliche Name des Gesprächspartners noch ein Foto veröffentlicht werden.

Der Stand war im Vorfeld von der Stadt genehmigt worden: „Die Anträge und Genehmigungen lauten nicht auf Koran-Verteilaktionen, sondern auf Infostände zum Thema Aufklärung über den Islam“, sagt Stadtsprecherin Elke Wichmann. Von zwölf beantragten Terminen seien bislang fünf genehmigt worden. Laut Polizeisprecher Sven-Marco Claus hätte es bei der Überprüfung der verteilten Schriften nichts zu beanstanden gegeben.

joe

Für den offenen Dialog!

ein Kommentar von Jörn Graue

Eines vorneweg: Es ist nichts gegen den Infostand einer Glaubensgemeinschaft einzuwenden, wenn zuvor eine ordnungsgemäße Anmeldung bei der Stadt erfolgt ist und auch die Polizei bei Kontrollen nichts zu beanstanden hatte. Ferner ist es völlig in Ordnung, nicht mit der Presse sprechen zu wollen.

Jedoch stelle ich mir die Frage, wie ein solches Schweigen mit dem Ansatz, andere über den muslimischen Glauben informieren zu wollen, zusammenpasst. Die Antwort folgte am Samstag auf dem Fuße – nämlich die Sorge vor einer verzerrten, womöglich sogar unwahren Berichterstattung. Der Ansatz allerdings, diese vorab autorisieren zu wollen, führt zwangsläufig zu Skepsis und zeugt von fehlendem Vertrauen in die Medien.

Dabei ist es gerade deren vordringlichste Aufgabe in einer Demokratie, stets unterschiedliche Positionen zu Wort kommen zu lassen und so zur Meinungsbildung beizutragen – täglich aufs Neue.  

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