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Muslime: Experten fordern mehr Toleranz

Wolfsburg Muslime: Experten fordern mehr Toleranz

Seit Wochen diskutiert halb Deutschland über das Wolfsburger Salafistennetzwerk. Viel zu oft seien die Debatten zu undifferenziert und unreflektiert. Dies bemängelten Vertreter aus Politik und Kultur am Samstag bei der Vortragsreihe „Muslime in Wolfsburg“ im Gewerkschaftshaus.

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Muslime in Wolfsburg: Es gab Moscheeführungen (im Bild) und Vorträge im Gewerkschaftshaus.

Quelle: Britta Schulze

Mit einem Appell leitete Hartwig Erb die Vortragsreihe ein: „Wir können nicht leugnen, dass es in Wolfsburg Dschihadisten gibt. Man darf Muslime jedoch nicht unter Generalverdacht stellen“, so der Erste Bevollmächtigte der IG Metall. Auch Maren Brandenburger, Präsidentin des Niedersächsischen Verfassungsschutzes, lehnte eine unreflektierte Vorverurteilung von Muslimen ab und verwies auf die geringe Anzahl an Extremisten in Niedersachsen: „Der größte Teil der Muslime ist friedlich. Wir rechnen mit rund 400 Salafisten, von denen jedoch nur eine Minderheit gewaltbereit ist.“ In Wolfsburg sollen sich etwa 30 bis 40 gewaltbereite Salafisten aufhalten. „Wir gehen davon aus, dass einige von ihnen in die vom IS kontrollierten Gebiete gereist sind“, erklärte Brandenburger.

Auf die Frage, warum die Anzahl an Dschihadisten in Wolfsburg so hoch sei, konnten weder Brandenburger noch Oberbürgermeister Klaus Mohrs oder Mohamed Ibrahim, Geschäftsführer des Islamischen Kulturzentrum, eine Antwort geben. Sie waren sich jedoch darin einig, dass die Radikalisierung kein religiöses, sondern ein kulturelles Problem sei. „Junge Menschen werden nicht aus religiösem Fanatismus zu Extremisten, sondern weil sie sich ausgegrenzt fühlen,“ so Ibrahim. Integration und mehr Toleranz könnten eine Radikalisierung verhindern.

klm

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