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Müllhalde auf Grundstück: Stadt schiebt Nachbarn Schuld zu

Wolfsburg-Fallersleben Müllhalde auf Grundstück: Stadt schiebt Nachbarn Schuld zu

Fallersleben. In der Sandkämper Straße in Fallersleben rumort‘s. Seit zehn Jahren verkommt ein Grundstück dort zur Müllhalde, seit Jahren laufen Anwohner und Politik Sturm im Rathaus. Doch die Verwaltung will von nichts gewusst haben - und dreht jetzt den Spieß um.

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Eine Grundstück voller Müll: Die Nachbarn in der Sandkämper Straße in Fallersleben sind sauer, dass die Verwaltung ihnen nun die Schuld zuschiebt.

Quelle: Roland Hermstein

„Die Nachbarschaft“ entsorge dort widerrechtlich ihren Abfall, schreibt die Stadt den Bürgern und droht mit Bußgeldern. „Eine bodenlose Frechheit“, ärgert sich nicht nur Renate Hoffmeister.

Der Reihe nach: Vor zehn Jahren brannte das Haus auf besagtem Grundstück nieder, danach richtete der Besitzer, ein Rentner, dort seine private Müllhalde ein. Sogar aus den Mülltonnen der Nachbarschaft habe er sich bedient; Abfälle, Möbel und Baumaterial, Unrat jeder Art, sogar ein kaputter Rollstuhl rostet dort vor sich hin, die Berge türmten sich immer weiter auf. „Der Mann war nett, aber leider ein Messi“, sagen Renate Hoffmeister und ihre Nachbarn.

Dann starb der Rentner, nun wird‘s kurios. Mit Datum vom 1. September verschickte das Umweltamt Briefe an die Anwohner. Es lägen „Hinweise“ vor, dass „die Nachbarschaft“ dort ihren Müll entsorge - offenbar gab es eine anonyme Anzeige, was die Verwaltung nicht bestätigen will. Statt dessen werden in den Briefen Paragrafen zitiert und Bußgelder angedroht. Bekannt sei das Thema in der Verwaltung erst seit August, teilte Pressesprecherin Elke Wichmann auf WAZ-Anfrage mit - wohl der Zeitpunkt der Anzeige.

Das bringt das Fass in der Sandkämpfer Straße endgültig zum Überlaufen. „Zuletzt hat das Umweltamt die Zustände im März fotografiert“, erinnert sich Anwohnerin Christina Nagel genau. Nachbarin Elisabeth Eßmann habe, wie so viele andere, seit Jahren immer wieder beim Ordnungsamt angerufen: „Passiert ist nichts.“ Auch Ortsbürgermeisterin Bärbel Weist habe sie mehrfach angesprochen. Selbst die PUG-Politikerin stöhnt bei dem Thema mittlerweile entnervt auf: „Ich habe die Stadt seit Jahren x-mal darauf hingewiesen, habe Mails geschickt, persönlich vorgesprochen.“

Immerhin: Mittlerweile „kümmert sich das Umweltamt um eine zeitnahe Beseitigung des Abfalls“, so die Verwaltung gegenüber der WAZ - den neuen Grundstücks-Besitzern wurde schlicht eine Frist zum Aufräumen gesetzt.

fra

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