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Stadt Wolfsburg Mord auf VW-Parkplatz: "Er stach auf ihren Hals ein"
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Mord auf VW-Parkplatz: "Er stach auf ihren Hals ein"
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17:04 24.08.2011
Mord auf VW-Parkplatz: Der Angeklagte mit seinen Verteidigern. Quelle: dpa
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Das Medien-Interesse an der juristischen Aufarbeitung des Verbrechens war groß. Journalisten, Fotografen und Kamera-Teams berichteten über den Prozess-Auftakt. Auch die Eltern der Toten waren dabei: Sie treten als Nebenkläger auf und saßen dem Mann, der ihrer Tochter das Leben nahm, direkt gegenüber.

Im Gericht herrschten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen. Jeder, der in den Saal 141 wollte, musste durch eine Sicherheitsschleuse und wurde von Justizvollzugsbeamten auf gefährliche Gegenstände abgetastet.

Regungslos und emotionslos verfolgte der 36-Jährige die Verlesung der Mord-Anklage. Der Wolfsburger äußerte sich selbst nicht zum Tatgeschehen, stattdessen verlas einer seiner Verteidiger eine Erklärung. Er habe die Frau nicht aus Rache umgebracht; er sei vielmehr verzweifelt gewesen, weil er keinen Umgang mit seinem Sohn gehabt habe, ließ der 36-Jährige mitteilen. Das Umgangsrecht war ihm gerichtlich im Dezember 2010 verboten worden. Angeblich habe er am 25. Februar auf dem Parkplatz nur mit seiner Ex-Freundin reden wollen. Das Gemüsemesser, das sich der Angeklagte neu gekauft hatte, will er nur dabei gehabt haben, um seine Ex-Partnerin unter Umständen mit „sanfter Gewalt“ zu einem Gespräch zu zwingen oder sich gegenüber Dritten, die ihn möglicherweise angegriffen hätten, wehren zu können. Eine Darstellung, die bei so manchem im Saal ungläubiges Kopfschütteln auslöste.

Auch die Entschuldigung bei den Angehörigen des Opfers wirkte fast schon befremdlich: Angeblich tue ihm alles leid und er hoffe, dass sein Sohn und die Eltern der Toten ihm verzeihen würden. Er hoffe auch, dass sein Sohn durch seine Tat „nicht zum Heimkind wird“. Wird der Neunjährige nicht – die Großeltern sorgen inzwischen für den Kleinen (WAZ berichtete).

Die Vergewaltigung und die Geiselnahme der 37-Jährigen im Jahr 2005, seine Verurteilung zu vier Jahren Gefängnis sowie der versuchte Einbruch ins Haus des Opfers Ende 2009 und die Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe 2010 – über all die unschönen Dinge war in der Verteidiger-Erklärung nichts zu hören. Während der 36-Jährige einige Nachfragen zu seinem Lebenslauf zuließ, antwortete er nicht auf Sachverhalte, die im Ansatz das Tatgeschehen betrafen. Auch bei unangenehmen Themen wie andere Frauen und seinen Vorlieben für bestimmte Sexpraktiken sagte der Wolfsburger immer wieder: „Dazu möchte ich keine Angaben machen.“ Zum Grund, weshalb sich das Opfer 2005 endgültig von ihm trennte, schwieg er ebenfalls. Aus dem Urteil wegen der Vergewaltigung geht aber hervor, dass die 37-Jährige seine Neigung zu SM-Sex satt hatte.

Insgesamt drei Zeugen sagten heute im Prozess aus – darunter auch ein 44-jähriger VW-Arbeiter, der am Morgen des 25. Februar nach der Nachtschicht auf das Geschehen auf dem VW-Parkplatz an der Heinrich-Nordhoff-Straße zukam. Er habe zwei Schreie gehört und in Reihe 3 zwei Personen zwischen den Autos gesehen. Der Angeklagte habe auf der 37-Jährige gehockt und mit den Armen gerudert. Möglicherweise stach der Wolfsburger mit dem Messer auf das Opfer ein. Das würde gut zum Bericht eines Rechtsmediziners (56) der MHH passen. Danach stach der 36-Jährige „mindestens elf Mal“ zu – konzentriert auf Gesicht und Hals der Frau. Er durchtrennte ihr auch die linke Halsschlagader – genauso wie er es im Vorfeld in Todesdrohungen angekündigt hatte.

Die VW-Arbeiterin ist verblutet und an ihrem eigenen Blut erstickt. Nach einer Schätzung des Arztes war der Frau aus Triangel nicht mehr zu helfen – nach drei bis vier Minuten verstarb sie an ihren massiven Verletzungen.
Der Prozess wird am Montag, 5. September, 9 Uhr, fortgesetzt.

bm

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