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Mord auf VW-Parkplatz: Eltern des Opfers brechen ihr Schweigen

Wolfsburg Mord auf VW-Parkplatz: Eltern des Opfers brechen ihr Schweigen

Exakt 180 Tage nach dem Mord an seiner Ex-Lebensgefährtin (37) auf dem VW-Parkplatz steht ab heute, 9 Uhr, ein Wolfsburger (35) vor dem Landgericht Braunschweig. Als Nebenkläger treten die Eltern des Opfers im Prozess auf. In der WAZ schildern sie erstmals ihre Sicht der Ereignisse.

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Die Eltern am Grab ihrer Tochter in Gifhorn: Immer wieder fragen sie sich, ob der Mord auf dem VW-Parkplatz hätte verhindert werden können.

Quelle: Photowerk (mpu)

Die Zeit seit dem 25. Februar war schwer: Die Mutter (55) und der Vater (61) der Toten sowie weitere Familienmitglieder fragen sich, ob wirklich alles getan wurde, um das Verbrechen an der 37-Jährigen zu verhindern.

Am Morgen des Verbrechens passte der 35-Jährige die junge Frau, mit der er einen Sohn (9) hat, nach der Nachtschicht ab und tötete sie mit einem Messer. Tatsächlich sei die 37-Jährige aber „auf Raten gestorben“, sagt die Familie. Sechs Jahre lang habe sie in Todesangst vor dem Angeklagten gelebt und sei dabei innerlich zerbrochen.

Auslöser dafür war im Jahr 2005 eine Entführung und Vergewaltigung durch den 35-Jährigen am Detmeroder Teich. Bereits da kündigte er ihr „einen schmerzlosen Tod durch Aufschlitzen der Halsschlagader an“.

Ende 2009 wollte er bei der VW-Arbeiterin zu Hause einbrechen – und sie nach Überzeugung der Familie bereits umbringen. „Er hatte vorher mehrere Briefe verfasst, in denen er erklärte, warum er unsere Tochter getötet hat“, so die Eltern. Warum er die schreckliche Ankündigung damals nicht wahrmachte, ist unklar.

Den anschließenden Prozess am Amtsgericht Gifhorn empfand die Familie als „Hohn“. Vier Monate mit Bewährung bekam der Täter, weil er sich nach der Tat der Polizei stellte – und angeblich Reue gezeigt habe. Einem Gutachter habe der 35-Jährige jedoch erklärt, er wolle die Frau nach der Nachtschicht auf dem VW-Parkplatz erstechen...

Auch diese Ankündigung hatte keine Folgen. Er blieb in Freiheit. Im Januar habe der ehemalige VW-Elektroniker Dritten erneut gesagt, dass er die Frau töten werde. Die Polizei hatte ihn im Visier, doch eine geplante Höherstufung im LKA-Überwachungsprogramm kam zu spät. Ob wirklich alles getan wurde, um den Mord zu verhindern, daran hat der Vater Zweifel: „Etwas muss doch schief gegangen sein. Sonst würde meine Tochter ja noch leben.“

bm

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Wolfsburg
Mord auf dem VW-Parkplatz: Vor dem Landgericht beginnt heute der Prozess.

Die Mutter ist tot, der Vater sitzt im Gefängnis – der Sohn (9) der ermordeten VW-Arbeiterin wächst nun bei seiner Oma und seinem Opa in Neudorf-Platendorf auf. „Der Junge ist der, der auf der Strecke geblieben ist“, sagen die Großeltern.

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