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Mit gutem Grund Pflicht für alle Halter: Hunde-Führerschein

Sicherheit für Zwei- und Vierbeiner Mit gutem Grund Pflicht für alle Halter: Hunde-Führerschein

Den Sachkundenachweis müssen seit 2013 alle Hundehalter erbringen – aber längst nicht alle haben tatsächlich eine Prüfung abgelegt. Dr. Sabine Sauer erklärt, worum es in Theorie und Praxis geht.

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Teil der Nachweis-Prüfung: Der Hundehalter sollte auch fähig sein, Ohren und Maul des Tiers zu kontrollieren.
 

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg.  Hundehalter in ganz Niedersachsen müssen nicht nur eine extra Haftpflichtversicherung haben, sondern auch den sogenannten Hundeführerschein machen – ohne Ausnahme. Sein Fehlen kann richtig teuer werden. Doch viele Hundehalter wüssten gar nicht, dass sie dazu verpflichtet sind, sagt Tierärztin Nadine Sauer, die seit 2012 regelmäßig Prüfungen abnimmt.

2013 wurde der verpflichtende „Nachweis der Sachkunde“ für jeden neuen Hundehalter eingeführt. Das soll der öffentlichen Sicherheit dienen. Teuer kann das Fehlen des Scheins zum Beispiel werden, wenn ein Unfall passiert, jemand über die Hundeleine stolpert oder der Vierbeiner in die Hand eines Chirurgen beißt und diesen damit berufsunfähig macht. Wenn man dann keinen Hundeführerschein nachweisen kann, zahlt nämlich auch die Haftpflichtversicherung nicht. Aber auch abseits finanzieller Überlegungen findet die Tierärztin den Führerschein sinnvoll. „Die Hundeerziehung wird ja immer moderner und tierfreundlicher“, so die 38-Jährige. Selbst Kritiker hätten festgestellt, dass sie „ganz viel Neues gelernt haben“.

Ohrenuntersuchung

Ohrenuntersuchung: Auch das sollte ein Hundebesitzer problemlos machen dürfen.

Quelle: Roland Hermstein

Der Führerschein teilt sich auf in eine theoretische und eine praktische Prüfung. In der Theorie werden die Bereiche Erziehung, Verhalten der Tiere, Pflege und einschlägiges Recht abgefragt. Dieser Teil der Prüfung muss abgelegt werden, bevor der Hund angeschafft wird. In der praktischen Prüfung muss der Halter zeigen, dass er mit dem Hund umgehen kann: Er erteilt verschiedene Kommandos und bewegt sich sicher mit dem Tier durch eine belebte Umgebung, zum Beispiel eine Fußgängerzone. Außerdem sollte der Halter grundlegende Untersuchungen vornehmen können, er muss also ohne Berührungsangst in die Ohren oder das Maul des Hundes gucken. Weitblick, Verantwortungsbewusstsein und eine souveräne Führung werden erwartet. „Zum Beispiel sollte der Hund nicht die Schnauze in jeden Kinderwagen stecken“, sagt Sauer. Und nur Tiere, die aufs Wort hören, dürften überhaupt abgeleint werden. „Geprüft wird da der Halter, nicht der Hund“, betont Sauer, die allein im letzten Jahr 77 Prüfungen abgenommen hat.

Nur wenn man innerhalb der letzten zehn Jahre schon mal für mindestens zwei Jahre einen Hund gehalten hat, muss man die Prüfung nicht sofort noch einmal ablegen, wenn man sich zum Beispiel ein weiteres oder ein neues Tier kauft.

Von Frederike Müller

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