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Mit Pistolen gegen Amokfahrer

Sicherheit beim Tag der Niedersachsen Mit Pistolen gegen Amokfahrer

Tonnenschwere Sandsäcke als Lkw-Sperren, schwer bewaffnete Polizisten mit Maschinenpistolen: Die Wolfsburger Innenstadt wird vom 1. bis 3. September beim Tag der Niedersachsen zur Hochsicherheitszone. Und die Polizei rät: Wer nicht zwingend mit dem Auto in der City unterwegs sein muss, sollte es lieber lassen – Durchfahrtgenehmigungen hin oder her.

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Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Tonnenschwere „Big Bags“ wie am Südkopf versperren die Zufahrtswege
 

Quelle: Roland Hermstein

Wolfsburg.  Ausnahmezustand in der City: Wolfsburgs Innenstadt wird ab Donnerstag zur Hochsicherheitszone. Massive Straßensperren rund um die Festmeile zum Tag der Niedersachsen und schwer bewaffnete Polizeibeamte sollen das Landesfest vor möglichen Anschlägen schützen. Und die Polizei rät allen Bürger: Wer nicht dringend mit dem Auto in der Innenstadt unterwegs sein muss, sollte es sich lieber zweimal überlegen. Sprecher Sven-Marco Claus: „An den Kontrollstellen wird es zu erheblichen Zeitverzögerungen kommen.“

Sicher: Alle Anwohner der Innenstadt und Inhaber von Durchfahrtgenehmigungen dürfen die Sperren zwar passieren. „Aber das geht nicht im Vorbeifahren, in dem man schnell mal mit seiner Genehmigung winkt“, sagt der Polizeisprecher klipp und klar. „An diesen Stellen finden definitiv richtige Kontrollen statt.“

Wie muss man sich das Sicherheitskonzept ganz konkret vorstellen? Ins Detail wollen die Verantwortlichen zwar nicht gehen, das Prinzip aber ist klar. Auf den meisten Zufahrtswegen Richtung Fußgängerzone gibt es zwei Kontrollstellen. Eine erste Absperrung mit den 1,5-Tonnen-Big-Bags, die auf Fußwegen und Fahrbahnen stehen; dazwischen gibt es eine mobile Sperre in Form eines Großfahrzeugs, das weg fährt, wen jemand mit Berechtigung durch möchte. Hier kontrollieren überwiegend noch Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes. Dahinter in Richtung Fuzo gibt es dann die zweite Sperre, besetzt von der Polizei. Die Flächen zwischen den beiden Sperren bezeichnet Polizeisprecher Claus als „Interventionsfläche“. Heißt konkret: Versucht jemand beispielsweise mit einem Lastwagen durchzubrechen, soll er hier gestoppt werden, wo noch kaum Menschen unterwegs sind. In diesen sensiblen Bereich werde die Polizei „robust auftreten“, sagt Claus. Dort stehen Beamte in voller Schutzmontur mit Maschinenpistolen, von denen im Ernstfall auch Gebrauch gemacht wird, um mögliche Amokfahrten zu stoppen. Sven-Marco Claus: „Wir sind auf Extremsituationen vorbereitet. Gut vorbereitet.“

Auch wenn es so weit hoffentlich – und nach aller Wahrscheinlichkeit – nicht kommen wird: Das Passieren der Sperren wird aufwändig und zeitraubend für jeden Autofahrer werden. Wer aus der Innenstadt morgens zur Arbeit und abends zurück muss, wird daran wenig ändern können. Seine Wochenendeinkäufe könnte man aber auch schon am Donnerstag erledigen und den Wagen dann stehen lassen – zur Stressvermeidung wohl eine Überlegung wert.

Von Ulrich Franke

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