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Stadt Wolfsburg Mit Flugangst zur WM nach Russland
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Mit Flugangst zur WM nach Russland
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07:00 28.06.2018
Ort des Schweden-Spiels: Christian Gräber vor dem WM-Stadion in Sotschi.
Wolfsburg

Viele deutsche Fußballfans haben sich nicht auf den Weg zur Weltmeisterschaft in Russland gemacht. Ein Wolfsburger schon. Und zwar unter erschwerten Bedingungen: Wegen seiner Flugangst muss Christian Gräber Fähre, Bus und Bahn nehmen. Aber das 2:1 gegen Schweden, das er live sah, entschädige für alles, sagt er.

„Der Entschluss, Russland im Rahmen der WM zu besuchte, hatte ich bereits zum Zeitpunkt der Vergabe gefasst“, so der 35-Jährige. Das Problem: „Aufgrund meiner Flugangst begleite ich die Nationalmannschaft immer mit der Bahn oder den übrigen Verkehrsmitteln.“ So sei er auch während der EM in Frankreich drei Wochen lang durch das Land gereist. Diesmal fast drei Wochen Russland: Mit seinem Vater fuhr er zwei Tage vor WM-Start mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki, von da mit der Bahn nach St. Petersburg. Dort marschierten sie zum Stadion – „einem der teuersten der Welt“ – und bekamen „mit etwas Verhandlungsgeschick“ zwei Tickets für das Spiel Iran gegen Marokko (1:0). Am Morgen danach fuhren sie mit dem Zug nach Moskau, um das Spiel der Löw-Kicker gegen Mexiko live im Luschniki-Stadion zu sehen. „Die deutschen Fans waren den Mexikanern zahlenmäßig und von der Lautstärke deutlich unterlegen“, so Gräber. Es passte zum trostlosen 0:1.

Ein Wolfsburger in Russland: Christian Gräber wollte unbedingt die WM live und vor Ort verfolgen. Quelle: Christian Gräber

Am nächsten Tag brachte Christian Gräber seinen Vater zum Flughafen und reiste allein nach Rostow weiter – „25 Stunden russische Bahn. Alte Leute, Kinder, Hunde und Katzen waren auch an Bord. Und es roch fürchterlich nach Schweiß“, erklärt der Wolfsburger. Egal, in Rostow wollte er das Spiel Saudi-Arabien gegen Uruguay sehen (0:1) – und hatte Glück: Am Stadion bekam er ein Ticket der besten Kategorie von einem Mitarbeiter des Fußballverbandes der Saudis geschenkt: „Geknüpft an die Bedingung, dass ich Saudi-Arabien unterstütze.“

Tags darauf nahm sich Gräber Zeit, um die Stadt in Ruhe zu besichtigen. Abends ging er zum Bahnhof, um mit der Bahn zwölf Stunden lang nach Sotschi zu fahren – und dort das dramatische Spiel der Deutschen gegen die Schweden zu sehen. Und Zeuge des Traumtores von Toni Kroos in der Nachspielzeit zu werden. „Es war sensationell, legendär“, jubelte Gräber.

Auch Sotschi hat es ihm angetan: „Die Olympiastadt am Schwarzen Meer ist reizvoll, weil sie eine kilometerlange Strandpromenade hat und ihre Gäste mit subtropischem Klima verwöhnt.“ Am Tag nach dem Spiel nahm der Wolfsburger an einer vom DFB-Fanclub organisierten Reise nach Abchasien teil: „Tolle Landschaft, nette Leute und gutes Essen!“

Am Dienstag schaute er sich in Sotschi das Spiel Peru gegen Australien an. Heute steigt er wieder in den Zug nach St. Petersburg – eine 38-Stunden-Fahrt. Von dort geht’s mit dem Schnellzug nach Helsinki und mit der Fähre nach Stockholm. Am Wochenende will er wieder in Wolfsburg sein: „Dann schaue ich auf fast 10.000 zurückgelegte Kilometer zurück“, sagt er schmunzelnd. „Auf nahezu 90 Stunden in Bahnen, 80 Stunden auf Fähren, fünf besuchte Länder und fünf besuchte WM-Spiele.“ Sein Fazit: „Unzählige Erlebnisse und die Gewissheit, dass Russland ein würdiger Ausrichter ist.“

Von Carsten Bischof

Was für ein Schock! 0:2 gegen Südkorea. Die deutsche Fußballnationalmannschaft übersteht bei der WM in Russland nicht mal die Vorrunde und fährt vorzeitig nach Hause. Kaufhof und Hallenbad-Biergarten waren voll mit Wolfsburger Fußball-Fans – aber nach dem Abpfiff gestern kurz vor 18 Uhr war es still. Schockstarre in der VW-Stadt ausgerechnet zum Beginn der Sommerferien.

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