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Messer-Mord: „Die Feiertage sind emotional überfrachtet“

Wolfsburg-Barnstorf Messer-Mord: „Die Feiertage sind emotional überfrachtet“

Zum Jahresende wird Wolfsburg von zwei schrecklichen Bluttaten erschüttert. Darüber sprach WAZ-Redakteur Kevin Nobs mit Dr. Mohammad-Zoalfikar Hasan, Ärztlicher Direktor des AWO-Psychiatriezentrums in Königslutter.

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Ein Ort unter Schock: Anwohner sind entsetzt von dem Verbrechen in ihrer Nachbarschaft. Die WAZ sprach darüber mit Psychiater Dr. Mohammad-Z. Hasan (kl. Bild).

Quelle: Britta Schulze

WAZ: Dr. Hasan, könnten die Feiertage zum Jahresende bei den zwei Taten eine besondere Rolle gespielt haben?
Dr. Hasan: Es ist durchaus denkbar, dass sich Beziehungsgewaltdelikte an den Weihnachtsfeiertagen häufen. Dies liegt unter anderem an der Überfrachtung dieser Feiertage mit großen emotionalen Erwartungen. Harmonie wird erwartet, ja sogar abgefordert und gelegentlich vorgespielt. Solche Situationen erhöhen den emotionalen Druck und verstärken die Aggressivität und Impulsivität. Hinzu kommt der weit verbreitete vermehrte Alkoholkonsum an diesen Tagen.

WAZ: Der mutmaßliche Täter aus Barnstorf hat sich kurz nach der Tat bei der Polizei gestellt. Ist das ein Hinweis darauf, dass er die Tat geplant hat und schon im Vorfeld wusste, wie er danach handeln würde?
Dr. Hasan: Diese Frage kann ohne ausreichende Kenntnisse der Tatmotivation und des Tatablaufes nicht beantwortet werden. Bei Beziehungstaten geht es häufig um Affekthandlungen. Dabei spielen die Persönlichkeitseigenschaften, die Beziehungskonflikte und deren Dauer und Intensität, die Tatsituation und deren Auslöser eine Rolle.

WAZ: Nicht nur das Opfer hat ein Kind, auch der Täter soll nach Beobachtung von Nachbarn Vater zweier Kinder sein. Spielt der Gedanke an die Zukunft der eigenen Familie bei einer solchen Tat keine Rolle?
Dr. Hasan: Lang anhaltende Beziehungskonflikte destabilisieren die Persönlichkeit. Die Betroffenen sind ängstlich, gekränkt und verletzt, verlieren an Souveränität und Konfliktlösungsfähigkeit. Denken und Handeln sind eingeengt und fixiert auf die erlebte Kränkung; andere Verpflichtungen und Lebensbereiche verlieren an Bedeutung.

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