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Marktschreier sind unzufrieden

Der Regen, der Standort Allerpark: Marktschreier sind unzufrieden

Für das Publikum sind sie eine Risengaudi, sie selbst sind unzufrieden: Die Marktschreier, die am Wochenende im Allerpark mit dem Regen zu kämpfen hatten, würden lieber in die Wolfsburger City umziehen.

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Schlechtes Wetter, schlechter Standort: Wurst-Jan (l.) und seine Marktschreier-Kollegen waren mit dem Wolfsburger Gastspiel unzufrieden.
 

Quelle: Roland Hermstein_

Wolfsburg.  Sie heißen Nudel-Ralli, Wurst-Jan, Käsemäxx, Keks-Sascha und Blumen-Jan. Seit Jahren oder sogar Jahrzehnten kommen sie nach Wolfsburg auf den Schützenplatz im Allerpark. Sie sind Marktschreier und preisen lauthals auf dem kleinen Sondermarkt mit frechen Sprüchen ihre Waren an. Für das Publikum ist das Auftreten der Markthändler immer wieder eine Gaudi. Der Verkauf direkt von der Ladefläche der LKWs wird von kleinen Witzchen und theatralisch ausgespielten Wortgefechten der Marktschreier-Konkurrenten begleitet. Für die Sprücheklopfer sind die ein oder zwei Marktverkaufstage allerdings ein wichtiger Teil ihres Handelslebens. Und ein Fehlstart des Marktes – wie am vergangenen Samstag wegen anhaltenden Regens am Vormittag - ist schlichtweg ein Schlag ins Kontor der Markthändler. Am ersten Markttag blieb trotz der späteren Wetterverbesserung die Laufkundschaft aus.

Schade, denn die Attraktivität des kleinen Marktes ist ohnehin angekratzt. „Zu den besten Zeiten kam der Tross der Marktleute auf 30 Personen“, erinnert sich Käsemäxx. Inzwischen fehlen die Marktschreier-Kollegen, die Obst und Gewürze an die Kundschaft brachten.

Und auch der Standort im Allerpark sei ins Abseits geraten. „In Helmstedt und in Braunschweig stehen wir mitten auf den Marktplätzen. Warum soll das nicht auch in Wolfsburg gehen? Wir sind ja hier am Arsch der Welt“ kritisiert Käsemäxx. Nudel-Ralli, „Deutschlands ältester Nudelverkäufer, der einzige, der aus den 90er Jahren übriggeblieben ist“, pflichtet der Kritik bei. „Einen solchen Markt müsste man auf dem Busbahnhof am Nordkopf etablieren, dann kämen auch andere Händler“, sagt er. Und vor allem mehr Besucher.

Von Kurt Boos

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