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Stadt Wolfsburg Lessingstraßen-Mord: So gehen die Ermittlungen weiter
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Lessingstraßen-Mord: So gehen die Ermittlungen weiter
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22:00 27.12.2017
Bluttat in der Lessingstraße: Noch sind viele Fragen offen, die Polizei ermittelt. Eine Frage: Hätte das Leben von Anna P. gerettet werden können? Quelle: Florian Heintz
Stadtmitte

Nach der brutalen Tötung einer 39 Jahre alten Wolfsburgerin am 23. Dezember in der Stadtmitte sind noch etliche Fragen offen. Wie sind die Hintergründe der Tat? Wie ist die vierfache Mutter Anna P. zu Tode gekommen? Hat sich der verdächtige Lebensgefährte Mariusz S. (38) seine Verletzungen selbst zugefügt? Hätte die Tat verhindert werden können? Die Polizei ermittelt.

Am Mittwoch waren Ermittler wieder am Tatort in der Lessingstraße. „Es ging um die weitere Spurenauswertung“, sagt Polizeisprecher Thomas Figge. Zwar habe die Spurensicherung in der mittlerweile gesperrten Wohnung bereits etliche Untersuchungen angestellt, also zum Beispiel Fingerabdrücke genommen und Blutspuren untersucht. Zur kompletten Bewertung des Gewaltverbrechens sammeln die Ermittler aber noch mehr Fakten. Dazu gehört auch die Auswertung von Geräten wie Handys oder Tablets. Figge: „Auch dort kann es Hinweise auf die Hintergründe geben.“

Der verletzte Lebensgefährte, den die Polizei unter dringendem Tatverdacht festgenommen hat (WAZ berichtete), befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft, er liegt auf der Krankenstation einer Justizvollzugsanstalt. Die Verletzungen, die er sich mutmaßlich selbst zugefügt hat, „haben sich als weniger schlimm erwiesen“, so der Polizeisprecher.

Nachbarn hatten gegenüber der WAZ berichtet, dass es in den vergangenen Wochen mehrfache Polizeieinsätze in der Wohnung des Paares gegeben habe. Hatte sich die Tat abgezeichnet und hätte sie möglicherweise verhindert werden können? Auch hier will die Polizei alle Möglichkeiten überprüfen.

Die beiden jüngeren Töchter (10/14) von Anna P., die (anders als ihre beiden älteren Geschwister) in der Wohnung des Paares gelebt hatten, sind offiziell in der Obhut des Jugendamtes. In diesem Rahmen befinden sie sich bei einer Familie, die eng mit dem Opfer befreundet war. Ob die beiden Kinder zu der Tat noch einmal angehört werden, wird jetzt die Staatsanwaltschaft entscheiden. Kommt man zu der Einschätzung, dass die Vernehmung keine hilfreichen Erkenntnisse bringen dürfte, könnte man den Mädchen die Qual ersparen. Bei der Bluttat sollen sie in der Wohnung gewesen sein, von dem Verbrechen selbst aber wohl nichts mitbekommen haben.

Die Polizei war am Samstagvormittag in die Wohnung in der Lessingstraße gerufen worden. Dort fanden Beamte und Rettungskräfte die Leiche der 39 Jahre alten Anna P. Laut Polizei starb sie an den Folgen massiver Gewalteinwirkung. Mariusz S. war schwer verletzt, möglicherweise hatte er versucht, sich selbst zu töten.

Von Kevin Nobs

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