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Stadt Wolfsburg Lessingstraßen-Bluttat: Das sagt der psychiatrische Gutachter
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Lessingstraßen-Bluttat: Das sagt der psychiatrische Gutachter
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00:27 19.05.2018
Der Angeklagte: Ein Gutachter befasste sich am zweiten Prozesstag mit seinem bisherigen Lebensweg. Quelle: dpa
Wolfsburg

Eine Blutprobe bei dem Angeklagten am 23. Dezember 2017 um 13.30 Uhr ergab einen Wert von 1,9 Promille. Demnach stand der Angeklagte zur Tatzeit gegen 10.45 Uhr unter erheblichem Alkoholeinfluss, was unweigerlich die Frage der vollen oder verminderten Schuldfähigkeit aufwirft. Der psychiatrische Gutachter Dr. Joachim Dedden (67) legte sich bei einer Antwort am Mittwoch nicht fest. „Eine erhebliche Einschränkung der Steuerungsfähigkeit bei dem Angeklagten ist nicht gänzlich auszuschließen.“

Der 38-Jährige hatte die Tatvorwürfe zum Prozessauftakt eingeräumt. An die Geschehnisse an jenem Morgen in der Wohnung in der Lessingstraße könne er sich allerdings nur bruchstückhaft erinnern. Der Gutachter betonte, dass es Amnesien gebe, diese im vorliegenden Fall aber ungewöhnlich sei. Er begründete dies mit dezidierten Erinnerungen des 38-Jährigen an Abläufe im Vorfeld der Tat. Demgegenüber seien einzige blitzlichtartige Erinnerungen an den Tattag untypisch.

Immer wieder griff der Angeklagte zur Flasche

Der Gutachter attestierte dem Angeklagten ein so genanntes Alkoholabhängigkeitssyndrom. Das führe zu einer niedrigen Frustrationstoleranz mit aggressiven Impulsen. Außerdem sei er eher unsicher. Dr. Dedden ging auch auf den bisherigen Lebensweg des 38- Jährigen ein. Der hatte einst zusammen mit seinem Bruder und seinem Schwager eine Schlosserfirma in Polen gegründet, diese aber aus freien Stücken verlassen. Immer wieder griff der Angeklagte in schwierigen und belastenden Lebenssituationen zur Flasche.

Opfer war bei Facebook auf den 38-Jährigen aufmerksam geworden

Der Gutachter berichtete von einer Fahrradtour ähnlich der Tour de France, die der Angeklagte unternommen hätte, um dem Alkohol etwas entgegen zu setzen. Durch Fotos bei Facebook sei die 39-Jährige auf ihn aufmerksam geworden. Beide kannten sich schon aus der Schulzeit. „Der Angeklagte habe sie damals bewundert, aber nie gedacht, dass er eine Chance bei ihr hätte“, berichtete Dr. Dedden aus seinen Gesprächen mit dem 38-Jährigen.

Aus Sicht des Gutachters ist der Angeklagte zu einer Alkoholtherapie – diese waren im Vorfeld immer wieder gescheitert – motiviert. Schwierig ist aber offenbar eine erfolgversprechende Umsetzung. Ein Hemmnis sei die Sprachbarriere des Polen gerade für Gruppengespräche.

Von Jörn Graue

Im Prozess um den tödlichen Messerangriff auf eine 39-Jährige durch ihren Lebensgefährten (38) in einer Wohnung in der Wolfsburger Lessingstraße einen Tag vor Heiligabend 2017 sagten am Mittwoch Freunde und Bekannte vor dem Landgericht aus. Sie beschrieben das Opfer als „liebenswert“ und „hilfsbereit“.

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