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Lebensbetrachtungen mit Ekelfaktor im Hallenbad

Wolfsburger Lesetage Lebensbetrachtungen mit Ekelfaktor im Hallenbad

Lieder und Texte meilenweit unter der Gürtellinie – Mit „Tiere streicheln Menschen“ eröffnete das Hallenbad am Samstag seine Lesetage. Die Berliner Sven von Thom und Martin „Matti“ Gottschild begeisterten das Publikum.

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Gesang und Gestik: Sven von Thom (l.) und Martin „Gotti“ Gottschild begeisterten mit ihrer „Action-Lesung“
 

Quelle: Boris Baschin

Wolfsburg.  Wer an „Lesung“ denkt, sieht vor dem geistigen Auge vielleicht einen Ohrensessel mit Märchenonkels darin. Was aber ist eine „Action-Lesung“ wie die, mit der das Hallenbad am Schachtweg am Samstag die Lesetage 2017 eröffnete?

„Die Action besteht darin, dass ich manchmal sitze und manchmal stehe“, erklärte Sven van Thom die Ankündigung. Statt eines Ohrensessels standen Sofa, Gitarre, Stuhl und Schreibtisch auf der Bühne; statt des Märchenonkels lasen, sangen und blödelten zwei echte Berliner Jungs.

Als „Tiere streicheln Menschen“ sind Sven und sein Kollege Martin „Gotti“ Gottschild in Berlin schon längst berühmt, nun brachten sie das Wolfsburger Hallenbad mit Lachsalven zum Wackeln. Woher der Titel ihrer locker aus Liedern und Lesestücken zusammengesetzten Show kommt, wurde zwar nicht klar. Dafür wussten die Zuschauer hinterher, was man unter „anlachsen“ versteht und wie belastend es sein kann, als ein Ronny im Körper eines Sven aufzuwachsen.

Mit viel trockener Selbstironie sangen und lasen die beiden Comedians von diesen und anderen traumatischen Anekdoten. „Ich verstehe mich ja so als Stadtschreiber des Lebens“, so Gottschild – ein Stadtschreiber allerdings, der die Ekelgrenze nicht nur überschreitet, sondern sie gerne mal meilenweit hinter sich lässt.

Dem Publikum hat das Zotige jedenfalls gefallen – wohl auch, weil es einfach zu schön beobachtet und originell erzählt war. Schnell hatte die wilde Freude am derben Witz sich auch im voll besetzten Zuschauerraum verbreitet – dass am Ende eine Zugabe hermusste, erstaunte niemanden.

Wer zu einem der acht weiteren diesjährigen Lesetage kommen möchte, muss sich beeilen, einige sind schon ausverkauft.

Von Frederike Müller

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