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Kuriose Geschichte um ein Bordell

Ein Schmuddelheft im Stadtarchiv Kuriose Geschichte um ein Bordell

Eine Ausgabe des Erotik-Magazins „Praline“ aus dem Jahre 1972 in den Akten des Stadtarchivs, ein Bordell in der Poststraße: Das sind die Zutaten einer kuriosen Geschichte.

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Archivalie des Monats: Anita Placenti-Grau und Alexander Kraus mit der „Praline“-Ausgabe, die sie auf die Spur der kuriosen Geschichte um Wolfsburgs erstes Bordell brachte.

Quelle: Boris Baschin

Wolfsburg. „Wolfsburg auf dem Weg zur Demokratie“ ist der Titel einer Reihe des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation: Jeden Monat werden besondere Ereignisse aus dem Archiv analysiert. In den Unterlagen der frühen 1970er Jahre stießen Institutsleiterin Anita Placenti-Grau und Projektleiter Dr. Alexander Kraus jetzt auf das Erotik-Magazin „Praline“ aus dem Jahre 1972.

Placenti-Grau stöberten weiter in über 20 Aktenordnern, die eine sowohl spektakuläre wie anrüchige Begebenheit der Volkswagenstadt ausbreiteten, was den Weg in bunte Magazine ebnete: Ein „Immobilienmakler“ aus Frankfurt namens Hans-Jörg Hartvigsen hatte in der Poststraße ein Bordell eingerichtet, offenbar in der Überzeugung, dafür die Genehmigung der Stadt erhalten zu haben.

Als sich jedoch Proteste aus der Nachbarschaft häuften und die Schlagzeilen über den „Bienenkorb“ munter ins Kraut schossen, machten Rechtsexperten der Stadt einen Rückzieher. Sie schlossen das Haus. Der „Bordellier“ und seine nicht gerade schmächtigen Freunde rückten dem damaligen Stadtrechtsrat sogar körperlich auf die Pelle, wobei - wie sich Zeitzeugen noch erinnern - die Tür zur Amtsstube samt Füllung zu Bruch ging.

„Tagsüber ließ die Stadt Fenster und Türen des Bordells zumauern, nachts wurden sie von Hartvigsens Freunden aufgehackt“, zitiert Kraus die Akten. Polizeieinsätze und jahrelange Prozesse folgten, sehr zur Freude der Wolfsburger Gazetten, die beinahe täglich ihre Story über „Bienenkorb und flotte Bienen“ schrieben - was ganz sicher nichts mit Imkerei zu tun hatte. Unter der Rubrik „Deutschland bei Nacht“ berichtet der Journalist Peter Fischer eben in der „Praline“ über die Schließung des Etablissements.

bhe

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