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Krisen- oder Adventsgespräch? VW-Spitze trifft Wolfsburger OB

Wolfsburg Krisen- oder Adventsgespräch? VW-Spitze trifft Wolfsburger OB

Wolfsburg. Das Adventsgespräch zwischen VW-Spitze und der Stadt Wolfsburg ist Tradition. In diesem Jahr dürften die Stadtoberen eine Menge Fragen an Müller & Co haben. Sie fürchten um Steuern und Arbeitsplätze.

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Das Adventsgespräch zwischen VW-Spitze und der Stadt Wolfsburg ist Tradition.

Quelle: dpa + Archiv

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Wolfsburger Volkswagen-Werk steht ein Renaissance-Schloss. Kontrastreich stehen Schornsteine und Fabrikhallen den Türmchen und Giebelchen der sogenannten Wolfsburg gegenüber. Das Gebäude ist Schauplatz eines ernsten Gesprächs: Hinter verschlossenen Türen wollte sich Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD) am Dienstagabend mit der VW-Spitze treffen. Es wurden VW-Chef Matthias Müller und Betriebsratschef Bernd Osterloh erwartet. Zudem war eine Rede von VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche geplant.  

Das sogenannte Adventsgespräch war aber nicht als Krisensitzung angesetzt. Der Termin hat Tradition, findet bereits zum 21. Mal statt und ist „Ausdruck der beständigen und vertrauensvollen Beziehung zwischen der Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG“, wie es ein Stadtsprecher ausdrückt.

Doch in diesem Jahr ist die Lage angespannt: VW steckt im Abgas-Skandal und die Stadt bangt um Steuern und Jobs.   

Das Sprichwort „Niest VW, liegen wir flach“ gilt für Wolfsburg besonders. Mehr als 70 000 Menschen arbeiten im VW-Stammwerk. In Sachen Freizeit und Kultur gehen viele Errungenschaften der 120 000-Einwohner-Stadt auf das Konto des Autobauers. Im vergangenen Jahr nahm Wolfsburg 308,5 Millionen Euro Gewerbesteuern ein - ein Großteil davon stammt von Volkswagen. Zum Vergleich: Im ähnlich großen Offenbach am Main (Hessen) lag das Gewerbesteueraufkommen 2014 bei 58 Millionen Euro. 

Mitte September räumte Volkswagen Manipulationen von Abgastests in den USA ein. Noch im September reagierte die Stadt. Sie verhängte einen Einstellungsstopp und eine sofortige Haushaltssperre. Die gilt nach Angaben eines Sprechers bis Ende des Jahres. Die Stadt hatte Anfang Oktober eine Liste mit geplanten Projekten veröffentlicht, deren Start gestoppt wurde. Davon erhofft man sich mögliche Einsparungen im Jahr 2015 von mehr als 17 Millionen Euro.  Bei den immer neuen Hiobsbotschaften im VW-Skandal dürften die Stadtoberen in Wolfsburg die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Anfang November teilte VW mit, auch beim CO2-Ausstoß falsche Angaben gemacht zu haben. 800 000 Autos könnten betroffen sein.  

Wie hart die aktuelle Krise den VW-Konzern und damit auch die Stadt Wolfsburg trifft, ist nur schwer abzusehen. Im dritten Quartal 2015 musste Volkswagen unter dem Strich einen Verlust von 1,7 Milliarden Euro ausweisen - VW schrieb damit erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder rote Zahlen. Grund sind hohe Rückstellungen für die Folgen der Diesel-Manipulationen.  

Setzt sich der Negativtrend in der Bilanz des Autobauers fort, könnte es sein, dass Wolfsburg und andere Städte mit VW-Standorten sogar Gewerbesteuern zurückzahlen müssen. An Gesprächsthemen dürfte es also beim Treffen im Wolfsburger Schloss nicht fehlen.

dpa

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