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Kommunalwahl: Kleine Parteien legen zu

Wolfsburg Kommunalwahl: Kleine Parteien legen zu

Wolfsburg. Die Politikverdrossenheit wird immer größer? Von wegen. Zumindest in Wolfsburg sind die Mitgliederzahlen von Parteien in den letzten Jahren teils kräftig gestiegen. Klarer Trend allerdings: Die Großen verlieren tatsächlich, die Kleinen legen eher zu.

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Kommunalwahl am 11. September in Wolfsburg: Bei der Mitgliederentwicklung der Parteien gibt es einen klaren Trend – die Großen verlieren, die Kleinen gewinnen.

Quelle: Archiv

Am 11. September findet die Kommunalwahl statt, die letzte gab es 2011. Wie haben sich in den vergangenen fünf Jahren die Mitgliederzahlen der Parteien in Wolfsburg verändert, welche Gründe sehen die Verantwortlichen für die Entwicklung?

Eins ist deutlich: Die größten Parteien, also CDU und SPD, haben verloren. Aber auch das ist wohl nur zum Teil auf die viel zitierte Politikverdrossenheit zurück zu führen. Immacolata Glosemeyer (SPD): „Immer mehr Menschen beteiligen sich politisch im Netz. Dieser Veränderung von Beteiligungsformen muss die SPD auch in Wolfsburg nachkommen, zum Beispiel über Gastmitgliedschaften.“

Ebenfalls auffällig: Die Piraten, vor fünf Jahren sozusagen noch in den Kinderschuhen, haben seither kräftig zugelegt. Ebenso wie die PUG, die keine Partei, sondern ein Verein ist und sich insofern auch ohne Rücksicht auf überregionale Entwicklungen voll und ganz an ihren Leistungen in Wolfsburg messen lassen kann.

Sieben politische Gruppierungen sitzen zurzeit im Wolfsburger Rat, nach der Kommunalwahl könnten es acht werden - der AfD ist nach den letzten Wahlergebnissen der Einzug ins Rathaus zuzutrauen. Doch im Gegensatz zu den sieben anderen Gruppierungen wollte die AfD zu den Fragestellungen der WAZ (Wie ist die Mitgliederentwicklung, welche Gründe sehen Sie dafür?) „keine Stellungnahme abgeben“, wie es wörtlich heißt.

So entwickelten sich die Mitgliederzahlen der Wolfsburger Parteien in fünf Jahren

CDU
2011: 650 Mitglieder - 2016: 584 Mitglieder
Angelika Jahns, Kreisvorsitzende: „Wir hatten zur Kommunalwahl 2011 eine Austrittswelle wegen der Stadtwerkeaffäre und darüber hinaus im vergangenen Jahr wegen der Flüchtlingspolitik. Als Kreisvorsitzende freue ich mich aber sehr, dass wir für die Ortsrats- und Stadtratswahlen viele Kandidatinnen und Kandidaten aufstellen und auch neue Mitglieder gewinnen konnten.“

SPD
2011: 776 Mitglieder - 2016: 691 Mitglieder
Immacolata Glosemeyer, Unterbezirksvorsitzende: „Mit der Entwicklung liegen wir in einem bundesweiten Trend, der alle Parteien betrifft. Es ist nicht richtig, von der Mitgliederentwicklung auf eine generelle Politikverdrossenheit zu schließen, aber Bürger engagieren sich zunehmend eher zeitlich begrenzt und für konkrete Anliegen. Außerdem gewinnt politische Beteiligung im Netz eine immer größere Bedeutung.“

Grüne
2011: 60 Mitglieder - 2016: 59 Mitglieder
Axel Bosse, Vorstandssprecher: „Unsere Mitgliederzahl ist seit Jahren recht stabil, obwohl die einzelnen Mitglieder durch Fluktuation wechseln. Einen hohen Mitgliederzuwachs hatten wir vor Jahren, als die Bundesregierung die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert hatte. Das Unglück in Fukushima hat sich hingegen kaum auf die Entwicklung ausgewirkt, die unter dem Strich stabil ist.

Piraten
2011: 12 Mitglieder - 2016: 40 Mitglieder
Svante Evenburg, Fraktionssprecher: „Im Zuge des Hypes um die Piraten seit Ende 2011 sind auch die Mitgliederzahlen unseres Stadtverbandes explodiert. Bei einer jungen Partei mit einem eher rudimentären Programm ist es sicherlich normal, dass im Zuge der inhaltlichen Konsolidierung Mitglieder die Partei verlassen, ebenso wie Parteihopper und Karrieristen dies seit Anfang 2013 getan haben.“

FDP
2011: 37 Mitglieder - 2016: 42 Mitglieder
Dr. Hans-Joachim Throl, Kreisverbandsvorsitzender: „Im Rahmen der Fluktuation kamen zuletzt mehr Mitglieder. Immer mehr Menschen merken, dass eine liberale Partei gebraucht wird. Stimmung und Zuspruch für die FDP haben sich richtig positiv entwickelt. Das spüren wir auch in Wolfsburg ganz deutlich. Die gute Arbeit von Kristin Krumm und mir als FDP-Stadtratsfraktion hat hierzu sicher mit beigetragen.

Die Linke
2011: 63 Mitglieder - 2016: 65 Mitglieder
Bastian Zimmermann, Kreisvorsitzender: „Wir haben die Mitgliederzahl unseres Kreisverbandes stabil halten können, obwohl wir sehr zurückhaltend dabei waren, Leute in unserem Umfeld zum Eintritt zu motivieren. Wir freuen uns aber, dass gerade jetzt im Vorfeld der Kommunalwahl Sympathisanten den Weg zu uns finden, die bereits aktiv bei uns mitarbeiten. Davon haben einige ihren Eintritt auch schon angekündigt.“

PUG
2011: 100 Mitglieder - 2016: 132 Mitglieder
Andreas Klaffehn, 1. Vorsitzender: „Die PUG hat kontinuierlich gute politische Arbeit geleistet, die Vertreter vor Ort arbeiten aktiv mit der Bürgerschaft zusammen und erarbeiten konstruktive Lösungen. Neumitglieder müssen sich bei uns nicht hochdienen, sondern beteiligen sich sofort an der Arbeit. Die Hälfte unserer Mitglieder kandidiert jetzt bei der Wahl – das zeigt den Willen zum aktiven Mitmachen.“

fra

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