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10:01 06.04.2018
Strenge Regelungen: Eine Organentnahme ist in Deutschland nur bei schlagendem Herzen erlaubt.
Klieversberg

Den bisher letzten Organspender in Wolfsburg gab es 2016. 2017 hätte es zwei mögliche Spender gegeben, doch die Angehörigen lehnten ab. In beiden Fällen lag kein Organspendeausweis vor.

„Wir sprechen von einer ganz kleinen Zahl an potenziellen Organspendern“, so Sydow. In Deutschland stelle sich die Frage nach einer Organspende nur, wenn ein Patient hirntot ist, sein Herz aber noch schlägt. Technisch wäre es zwar auch möglich, Organe zu entnehmen, wenn das Herz nicht mehr schlägt – in Deutschland ist das aber verboten. „Das müsste dann auch sehr schnell gehen“, so Sydow. „Das wäre für unsere Trauerkultur – dass Angehörige am Bett sitzen, die Hand halten, sich in Ruhe verabschieden – schon ungewohnt.“

Entscheidung innerhalb von 24 Stunden

Laut DSO habe sich die Spendebereitschaft nicht geändert. Sydow sieht jedoch häufig Ablehnung. Das liege oft daran, dass vom Patienten selbst keine Entscheidung vorliegt. An seiner Stelle müssen dann die nächsten Angehörigen entscheiden, und das innerhalb von 24 Stunden. „Die Angehörigen sollen eigentlich im ,mutmaßlichen Willen’ des Verstorbenen entscheiden, doch das ist extrem schwierig“, weiß Sydow. „Meist entscheiden sie nach ihren eigenen Wertvorstellungen – und im Zweifel eher gegen eine Organentnahme.“

Organtransplantation: Hier verpflanzen Ärzte eine Spenderniere. Quelle: epd

In Ländern wie Italien, Spanien und Österreich gilt aus diesem Grund die sogenannte Widerspruchslösung. Jeder, der sich nicht dagegen ausspricht, ist potenzieller Organspender. „Ich persönlich fände das durchaus sinnvoll“, sagt Sydow, doch sie bleibt realistisch: „Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es dagegen Widerstand in der Bevölkerung gäbe.“

Deutschland importiert Organe

Deutschland ist ein Importland, wenn es um Spenderorgane geht. Dass das Annehmen von Organen weniger Skrupel hervorruft als das Abgeben, zeigt sich auch am Einzelnen: „Es gibt einige Menschen, die durchaus eine Organspende annehmen würden, aber nicht bereit sind, im Fall eines Hirntodes Organe zu spenden.“

Karin Sydow trägt ihren eigenen Organspendeausweis im Portemonnaie und hat für den Fall eines Hirntodes mit ihrer Familie gesprochen: „Ich wünsche mir, dass Menschen einen Organspendeausweis ausfüllen – ganz gleich, ob mit Ja oder Nein – und Freunde und Familie mit einbeziehen. Sonst leiden am Ende die Angehörigen unter dem Druck, die Entscheidung treffen zu müssen.“

Hier gibt es Ausweise und Infos

3708 Organe wurden im Jahr 2016 deutschlandweit übertragen.

17,4 Prozent davon waren Lebenspenden, also Nieren oder Teile der Leber, die vom lebenden Spender entnommen werden.

Mit über 80 Prozent ist der Anteil an postmortalen Spenden also weitaus höher.

Die DSO betreut 1206 Krankenhäuser in Deutschland.

Organspendeausweise sind unter www.organspende-info.de, in Apotheken, beim Hausarzt und bei allen Krankenkassen erhältlich.

Von Frederike Müller

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