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Stadt Wolfsburg Klaus Mohrs: „Die Aufbruchsstimmung war spürbar“
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Klaus Mohrs: „Die Aufbruchsstimmung war spürbar“
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23:59 06.12.2016
#WolfsburgDigital: Die WAZ sprach mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs über den künftigen Wandel der Stadt. Quelle: Manfred Hensel
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Wolfsburg

Herr Mohrs, die Stadt und VW machen Wolfsburg zur digitalisierten Großstadt. Welche Kernpunkte sind Ihnen besonders wichtig?

Mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur legen wir den Grundstein dafür, die Strategie „#WolfsburgDigital“ Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei haben wir vor allem zwei Ziele im Blick: den Nutzen für die Wirtschaft, also die Basis für neue Wertschöpfung zu schaffen, und den Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger, also digitale Dienstleistungen erlebbar zu machen. Wolfsburg soll Vorreiter der E-Mobilität werden, dafür müssen wir auch die nötige technische Grundausstattung vorhalten. Einen weiteren Schwerpunkt sehen wir in der Digitalisierung der Stadtverwaltung und der Tochtergesellschaften, um uns perspektivisch noch kundenfreundlicher auszurichten. Wir wollen unsere Stadt zukunftsfähig machen - in Bezug auf das Wohnen, aber etwa auch die Ansiedelung neuer Unternehmen und Arbeitsplätze. Nicht zuletzt hatten und haben wir weiterhin eine Verantwortung als „Hauptstadt von Volkswagen“, dem Konzern die passende Umgebung bereitzustellen, damit er sich mit neuen Sparten hier am Konzernsitz und nicht anderswo engagiert.

Worin liegen die Chancen für die Stadt?

Im Fokus unserer Bemühungen stehen zunächst die Menschen, die in dieser Stadt leben und arbeiten. Für sie gilt es, neue Angebote zu schaffen, die ihre Lebensqualität steigern. Die Strategie „#WolfsburgDigital“ wird Wolfsburg dabei helfen, Wirtschafts- und Wachstumsmotor in der Region und in Niedersachsen zu sein. Die fortschreitende Digitalisierung sehen wir als Stadt als Chance, uns wieder einmal neu zu erfinden. Wir werden einen weiteren Schritt tun, das Image der Industriestadt abzustreifen und mit den Begriffen Modernität und Zukunftsfähigkeit in Verbindung gebracht zu werden.

Gibt es auch Risiken, die es zu beachten gilt?

Nicht ohne Grund ist die Strategie „#WolfsburgDigital“ so stark auf die Bürgerinnen und Bürger ausgerichtet. Sollten wir es nicht schaffen, gerade die Menschen, die heute noch wenig mit der digitalen Welt anfangen können, bei diesem rasanten Wandel mitzunehmen, werden wir nicht erfolgreich sein. Ein weiteres Risiko besteht darin, Arbeitsplätze der Old Economy zu verlieren, ohne ausreichend neue zu schaffen. Die Entwicklung moderner, digital erlebbarer Stadtquartiere wie die Steimker Gärten oder das urbane Viertel an der Heinrich-Nordhoff-Straße gehen wir offensiv an. Denn um diese Zukunftsthemen aktiv zu gestalten, braucht es Orte und Arbeitsplätze.

Welches sind konkret die nächsten Schritte der Stadt? Wie viele Mitarbeiter werden eingebunden?

Im nächsten Schritt steht die politische Beratung der Strategie „#WolfsburgDigital“ an, die ersten Rückmeldungen aus der Politik waren bereits sehr positiv. Für jedes der von uns benannten Kooperationsfelder wird in naher Zukunft ein Projektteam gebildet, um die ersten Ideen auszugestalten. Auf beiden Seiten, bei der Stadt und bei Volkswagen, werden Ansprechpartner für das Thema Digitalisierung benannt. Wir fangen aber nicht bei Null an, sondern können auf viele gut funktionierende Strukturen zurückgreifen. Bereits vorhandene Kooperationen zwischen städtischen Einrichtungen und Volkswagen werden unter dem Thema Digitalisierung nun neu ausgerichtet. Analog zu Volkswagen und mittlerweile auch vielen Städten weltweit möchten wir bei der Stadt Wolfsburg einen Chief Digital Officer implementieren. Dieser soll einerseits nach innen unsere Geschäftsbereiche und Referate bei der digitalen Transformation unterstützen, andererseits nach außen wirken. Ein neues Team im Rathaus wird hierzu zusammengestellt. Die Tochterunternehmen wie Stadtwerke und Wolfsburg AG übernehmen bei einzelnen Themen und Projekten konkrete Verantwortung (Infrastruktur, Start-up-Förderung, etc.).

Im Zuge der Abgas-Affäre haben viele schwarz gesehen für Wolfsburgs Zukunft. Spüren Sie schon einen Stimmungswandel?

Am Montagabend im Adventsgespräch war die Aufbruchsstimmung deutlich spürbar. Viele haben auf dieses starke gemeinsame und eindeutige Signal von Volkswagen, Betriebsrat und Stadt gewartet. Hier ist es: „#WolfsburgDigital“. Für mich gibt es viele Parallelen zum Konzept Autovision. Ich erhoffe mir, dass uns die neue Strategie ebenso erfolgreich aus der Krise führt, wie es Ende der 1990er-Jahre der Fall war.

Hat „Dieselgate“ am Ende vielleicht sogar etwas Gutes, weil wichtige Veränderungen bei VW jetzt konsequenter umgesetzt werden?

Ich hätte gut darauf verzichten können. Aber tatsächlich wirkte die VW-Abgasaffäre auf Volkswagen und die Stadt wie ein Katalysator. Wir dürfen die immensen Herausforderungen aber nicht unterschätzen: die schwierige Finanzsituation einerseits und neue Themen, die auf die Agenda drängen, anderseits. Ich bin zuversichtlich, dass die wir Prioritäten richtig setzen werden. Ähnlich wie Volkswagen hat auch die Stadt mit ihren Töchtern immens viel Substanz und Gestaltungsmöglichkeiten - darauf vertraue ich.

Wo sehen Sie Wolfsburg im Jahr 2030?

Die Strategie „#WolfsburgDigital“ ist bis auf 2025 ausgerichtet, sie wird im laufenden Prozess sicherlich fortwährend nachjustiert. Wir können aber davon ausgehen, dass das Thema „Digitalisierung“ nicht wie ein Projekt zum Abschluss kommt, sondern zu einem dauerhaften Prozess wird. Ebenso dauerhaft ausgelegt ist unser Dialog mit Volkswagen. Schon bis 2025, und erst recht bis 2030, wird Wolfsburg viele neue digitale Angebote vorweisen können, die den Menschen in dieser Stadt konkret nutzen und ihre Lebensqualität erhöhen. Mein Wunsch ist es, dass wir über alle Altersgrenzen hinweg die digitale Kompetenz der Menschen gestärkt haben. Meine Zukunftsvision: Wolfsburg wird weltweit als Vorreiter in Sachen E-Mobilität und Mobilitätsdienstleistungen gesehen, Volkswagen ist führend in diesen Bereichen und zeigt in Wolfsburg deren positive Auswirkungen.

„Das musste ja mal so kommen“ , dachte sich Thomas Thiel, als er von dem Unfall mit einem Fußgänger am Berliner Ring auf einem Überweg an der Rothenfelder Straße in der WAZ las. Er findet: „Die Regelung ist unübersichtlich und einige Grünphasen sind viel zu kurz!“

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