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Stadt Wolfsburg Keine leichte Kost mit Ulrich Noethen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Keine leichte Kost mit Ulrich Noethen
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00:24 07.05.2014
Vollbesetzte Michaelis-Kirche: Schauspieler Ulrich Noethen las aus „Wunschloses Glück“ von Peter Handke. Quelle: Sebastian Bisch
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Über seine Motivation für das Buch hatte Handtke einst gesagt, dass er den Selbstmord seiner Mutter „zu einem Fall machen wollte“. Nüchtern, distanziert, fast schon unterkühlt schildert er die harten Kinder- und Jugendjahre von Maria, die in Österreich in einfachen Verhältnissen aufwächst. Mit einem sachlich-ruhigem Erzählstil verlieh Noethen dieser Distanz eine Stimmung.

„Selten wunschlos und irgendwie glücklich, meistens wunschlos und ein wenig unglücklich“ - so beschreibt Handtke die Jahre im Elternhaus, das Maria früh verlässt. Die gewonnene Freiheit endet mit der Schwangerschaft. Mit dem bereits verheirateten Vater gibt es keine Zukunft. Nur aus dem Pflichtbewusstsein heraus, Sohn Peter einen Vater zu geben, heiratet sie einen Straßenbahnschaffner. Er trinkt, schlägt sie und erkrankt schließlich an Tuberkulose.

Alle Versuche Marias, ihr Glück zu finden, scheitern. Neben Depressionen leidet sie später auch dauerhaft an starken Kopfschmerzen. Als sie keinen Ausweg mehr sieht, nimmt sie sich 1971 mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. Schwere Kost, eindringlich gelesen - viel Applaus des sichtlich beeindruckten Publikums.

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