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Keine Entscheidung: Was passiert mit den KZ-Überresten?

Kulturausschuss diskutierte Keine Entscheidung: Was passiert mit den KZ-Überresten?

Die Diskussion um die Überreste des Konzentrationslagers am Laagberg reißt nicht ab. Der Kulturausschuss konnte am Mittwoch noch keine finale Entscheidung treffen, wie mit den über 70 Jahre alten Fundamenten umgegangen wird.

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Ausgrabungen am Laagberg: Auf dem Areal sind Überreste eines Konzentrationslagers gefunden worden.

Quelle: Boris Baschin

Wolfsburg. Allerdings: Die Zeit drängt. Das machte Denkmalschützer Daniel Pollok sehr deutlich: „Gefahr ist in Verzug. Wenn wir die Fundamenten retten wollen, müssen wir sie bewegen.“ Das alte Gemäuer sei bereits jetzt sehr bröselig, dafür sorgten auch Temperaturunterschiede von bis zu 30 Grad in den letzten Wochen. Und vor allem Wasser, dass sich in der tonhaltigen Erde sammele.

Die Verwaltung schlägt deshalb vor, einen Teil der gut erhaltenen Überreste des KZ-Lagers von 1944 auszugraben und auf die Wiese neben Lidl zu versetzen. Dort befanden sich auch Teile des großflächigen Lagers, „so dass wir auch einen authentischen Ort haben“, wie Anita Placenti-Grau, Leiterin des Instituts für Zeitgeschichte (IZS), sagte. Auf dem Areal soll eine Gedenkstätte oder ein musealer Bildungsort entstehen – entwickelt in Zusammenarbeit mit Künstlern, Landschaftsgärtner, Opferverbänden, Bürgern und Politikern.

Doch der Aspekt der Verlegung der historischen Mauern sorgte bei etlichen Fraktionsvertretern „für Unbehagen“, wie es Frank Poerschke (SPD) formulierte. Svante Evenburg (Linke/Piraten) sagte: „Wir nehmen uns mit einer Versetzung die Chance, das Lager in seiner wahren Dimension zu zeigen.“ Thomas Schlick (AfD): „Wir brauchen mehr Zeit, darüber zu diskutieren. Wir tun uns schwer mit einer Verlegung.“

Einig war man sich grundsätzlich darüber, dass die Überreste erhalten werden sollen und dass es auch eine Gedenkstätte dazu geben soll. „Die Konzeption ist nur noch nicht klar erkennbar“, sagte Peter Kassel (CDU). Und fragte dann auch nach den Kosten. Kai-Uwe Hirschheide, gestern zum ersten Mal in der Funktion als Kulturdezernent im Einsatz, erklärte: „Fürs erste brauchen wird rund 30.000 Euro.“

Sandra Straube (PUG) stellte nach fast zweistündiger Debatte im Ratsrund fest: „Wir stehen vor einer der größten politischen Herausforderungen.“ Am Ende einigten sich die Mitglieder des Kulturausschusses, die Vorlage zur KZ-Gedenkstätte in den Fraktionen zu diskutieren und in einer Sondersitzung noch vor der Sommerpause darüber zu beraten. Ralf Krüger (SPD): „Es ist ein hochsensibles Thema.“

jes

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