Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Keine Abschiebungen von Flüchtlingen

Forderung vor der Landtagswahl Keine Abschiebungen von Flüchtlingen

30 junge Afghanen, die in Wolfsburg Zuflucht gefunden haben, sollen in ihre Heimat zurückkehren. Dagegen machen Wolfsburger Flüchtlingsunterstützer mobil.

Voriger Artikel
SPD: AG 60plus tagt in Wolfsburg
Nächster Artikel
70 Jahre Eichendorffschule: Schüler erstellen Chronik

Klare Zielsetzung: Die Flüchtlingsunterstützer Günter Schütte, Willi Dörr und Wolfram Gaden (v.l.) treten gegen mögliche Abschiebungen nach Afghanistan ein.

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg. Auch künftig soll es keine Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan geben. Dafür machen sich die Flüchtlingshilfe Wolfsburg und der Unterstützerkreis Vorsfelde stark. Die Ehrenamtlichen begründen ihre Forderung eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen mit der weiterhin höchst desolaten Sicherheitslage in dem Land am Hindukusch.

Rund 30 junge afghanische Männer, die teils seit mehr als zwei Jahren in Wolfsburg und Umgebung leben, hätten vom zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Ausweisungsbescheid bekommen, berichtet Günter Schütte. „Viele von ihnen haben bereits wichtige Schritte zur Integration gemacht“, sagt Willi Dörr. Dazu gehören etwa Deutschkurse und Berufspraktika. In Afghanistan würden solche Rückkehrer als Verräter gelten, so Dörr. Das macht es für die Betroffenen besonders gefährlich

Klage gegen Ausweisungsbescheid von Bundesamt

Die Aktiven aus der Wolfsburger Flüchtlingshilfe und dem Vorsfelder Unterstützerkreis helfen den Flüchtlingen dabei, gegen einen Ausweisungsbescheid zu klagen. Um Geld für einen Rechtsanwalt vorstrecken zu können, gibt es einen aus Spenden finanzierten Fonds.

Auch wenn Niedersachsen in den vergangenen Monaten nur sehr vereinzelt Menschen nach Afghanistan abgeschoben hat, möchten die Wolfsburger Flüchtlingsunterstützer, dass es unter der neuen Landesregierung aus humanitären Gründen keine Abschiebungen an den Hindukusch gibt.

„Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Afghanistan und zugleich soll es Abschiebungen dorthin geben – das ist doch schizophren“, sagt Günter Schütte. Zusammen mit seinen Mitstreitern plädiert er für ein bundesweites Einwanderungsgesetz.

Aktuell unterstützen die Initiativen die geflüchteten Menschen insbesondere Im Umgang mit behördlichen Dokumenten und bieten weiterhin Deutschunterricht an.

Von Jörn Graue

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Auf dieser Themenseite zur Landtagswahl 2017 in Niedersachsen finden Sie alle News, Informationen und Prognosen zu der Wahl des niedersächsischen Landtags. mehr