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Kein Maulkorb dabei: Frau mit Hund darf nicht im Bus fahren

Stadtmitte Kein Maulkorb dabei: Frau mit Hund darf nicht im Bus fahren

Weil der Hund keinen Maulkorb trug, ließ ein Busfahrer eine junge Frau mit ihrem American Staffordshire Terrier nicht mitfahren. Die Wolfsburgerin ist empört, das Unternehmen verteidigt sein Handeln.

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„Wir müssen draußen bleiben“: Kezia-Melinda Kumpf (hier mit ihrem Sohn Malik) und der American Staffordshire Terrier Joker durften nicht mit einem Linienbus mitfahren.
 

Quelle: Roland Hermstein

Stadtmitte.  Kezia-Melinda Kumpf (27) ist schon zig mal mit ihrem American Staffordshire Terrier im Linienbus gefahren. Auch am Mittwochnachmittag wollte sie am ZOB in der Innenstadt in einen Bus einsteigen. Aber der Fahrer verwehrte ihr den Zutritt, weil sie keinen Maulkorb für ihren Hund dabei hatte. Am Ende musste die Polizei die junge Detmeroderin des Busses verweisen. Sie selbst ist empört, das Unternehmen KVG Braunschweig verteidigt das Vorgehen.

„Bei einem kleineren Hund wäre das nicht passiert, es sind immer dieselben Vorurteile – ich fühle mich diskriminiert“, schimpft Kumpf. Joker, wie der Staffordshire Terrier heißt, sei gut erzogen, mache vor dem Einstieg in einen Bus stets „Sitz“ und warte auf ihr Kommando. Außerdem erinnert die 27-Jährige daran, dass es in Niedersachsen keine Rasselisten gebe, nach denen Hunde zum Beispiel als Kampfhund kategorisiert werden. Und sie selbst habe den hierzulande erforderlichen Sachkundenachweis („Hundeführerschein“).

Die Entscheidung liegt im Ermessen des Busfahrers

Das könne ja alles sein, hält die KVG Braunschweig dagegen. Die Beförderungsbedingungen des Verbundtarifs Region Braunschweig regelten Fälle wie diesen aber eindeutig, betont KVG-Pressesprecher Klaus Stuhlmann. In dem Papier heißt es: „Hunde, die Fahrgäste gefährden können, müssen einen Maulkorb tragen.“ Die Entscheidung dazu liege im Ermessen des Busfahrers: Herrscht im Bus großes Gedränge? Wirkt der Hund nervös oder gar aggressiv? Könnten sich andere Fahrgäste von dem Tier eingeschüchtert fühlen? Lediglich Blindenhunde seien stets zugelassen, bei allen anderen Hunden werde unabhängig von der Rasse entschieden.

In diesem Falle wollte der Busfahrer den Hund Joker nur mit Maulkorb in den Bus lassen. Fahrdienstleiter Sven Lehmann von der KVG: „Der Fahrer hat die Dame darauf hingewiesen, sie hatte aber keinen Maulkorb dabei.“ Kezia-Melinda Kumpf hält dagegen: „Mein Hund ist sehr gut erzogen und war auch ganz ruhig. Weil ich einen Termin hatte, wollte ich unbedingt im Bus bleiben.“

Hier griff allerdings das Hausrecht des Unternehmens. Der Busfahrer rief die Polizei, die die 27-Jährige nach 20 Minuten Verzögerung des Busses verwies. Ihren Termin in Danndorf verpasste sie. Stattdessen fuhren sie und Joker zurück nach Detmerode. Übrigens mit einem Bus.

Von Kevin Nobs

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