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Keime im Trinkwasser: „Die Belastung ist minimal“

Wolfsburg Keime im Trinkwasser: „Die Belastung ist minimal“

Wolfsburg. Im Wolfsburger Trinkwasser sind geringe Mengen von so genannten Umweltbakterien (Coliforme Bakterien) festgestellt worden. Auch ein Zulauf des Klinikums im Trinkwassernetz der LSW ist betroffen. „Es besteht kein Grund zur Panik, die Auffälligkeiten sind gering, die Keimbelastung minimal“, betonte Sozialdezernent Werner Borcherding.

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Umweltbakterien im Wolfsburger Trinkwasser entdeckt: Es kann laut Gesundheitsamt aber weiter bedenkenlos getrunken werden.

Quelle: dpa

Die Stadt informierte heute die Öffentlichkeit.

Wichtig: Das Wolfsburger Trinkwasser kann laut Gesundheitsamt weiterhin bedenkenlos getrunken werden. Dr. Friedrich Habermann, Leiter des Gesundheitsamts: „Nur sehr sehr kranke Menschen, die sowieso besonderen Hygienestandards unterliegen, müssen auf das Wasser verzichten.“

Am Samstag ist eine Wasserprobe zum Klinikumszulauf positiv auf die Umweltbakterien getestet worden. Die Einrichtung sowie Pflegeheime seien informiert worden, zum Schutz der besonders anfälligen, stark geschwächten Patienten wird das Trinkwasser gefiltert und abgekocht.

Die Ursachensuche läuft: Seit Freitag werden täglich 25 Proben im gesamten Stadtgebiet gezogen und untersucht. Zum Vergleich: 60 Proben werden normalerweise pro Jahr durchgeführt.

LSW-Geschäftsführer Dr. Frank Kästner: „Das Auftreten des Bakteriums ist sporadisch. Gestern und vorgestern war in keiner Probe eine Belastung zu finden.“ Im Durchschnitt sei von 50 genommenen Proben eine einzige positiv.

„Vermutlich wird die Ursache nie gefunden werden“, so Kästner. Stadt und LSW schließen aber einen technischen Defekt aus. Zudem werden die Keime im Labor auf ihre Zusammensetzung getestet, so dass eine räumliche Eingrenzung möglich sei. „Es ist eine sehr frustrierende Suche nach der Nadel im Heuhaufen“, so Habermann.

WAZ-Info: Coliforme Keime

Coliforme Keime, auch Fäkalkeime genannt, gehören zu den Laktose vergärenden Enterobakterien. Allein im menschlichen Darm leben ein bis zwei Kilogramm solcher Mikroben. Sie kommen überall vor, im Körper ebenso wie auf Salat und Gemüse, und geben die sanitäre Qualität des Wassers an.

Sind coliforme Keime im Trinkwasser, weisen sie in der Regel auf einen technischen Mangel hin. Die Keime (Bakterien) vermehren sich insbesondere, wenn das Wasser in der Hausinstallation steht.

Ein einzelner coliformer Keim löst keine Krankheit aus. Eine hohe Anzahl hingegen beansprucht das Immunsystem und der Körper reagiert mit Durchfallerkrankungen. Deshalb ist in der Trinkwasserverordnung ein Grenzwert von 0/100 ml (Milliliter) festgelegt.

Für sehr kranke Menschen kann der Keim gefährlich werden. Besonders sensible Bereiche wie Kliniken und Pflegeheime sollten im Fall von coliformen Bakterien im Wasser ihre Hygienestandards erhöhen, Trinkwasser abkochen oder filtern.

Keine Panikmache

ein Kommentar von Claudia Jeske

Keime im Trinkwasser. Diese Meldung klingt zunächst erschreckend und Besorgnis erregend. Niemand möchte „verseuchtes“ Wasser trinken, damit kochen oder sich die Zähne putzen. Das ist mehr als verständlich, doch in diesem Fall ist die Gefahr, die von den Keimen ausgeht, offenbar extrem gering.

 In Deutschland sind die Bestimmungen für die Reinheit des Trinkwassers sehr hoch. Das ist auch gut so. Hier kann das Wasser nämlich bedenkenlos in allen Regionen getrunken werden, in vielen anderen Ländern ist dies nicht immer ungefährlich. Im vergangenen Jahr vergab das Bundesumweltamt dem deutschen Wasser die Note „sehr gut“.

Dass kleinste Mengen von Keimen, wie im aktuellen Fall Umweltbakterien, sofort gemeldet werden und der Ursache auf den Grund gegangen wird, ist ebenfalls gut. Das ist keine Panikmache, sondern dient zur Aufklärung.

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