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Stadt Wolfsburg Keime: Zwei weitere Frühchen befallen
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Keime: Zwei weitere Frühchen befallen
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23:55 05.11.2013
Ursachenforschung im Klinikum: Verwaltungschef Wilken Köster (li.) und Dr. Akhil Chandra. Quelle: Photowerk (mv)
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Zwei Frühchen waren nicht nur infiziert, sondern akut erkrankt. Ihnen gehe es wieder gut, bei den anderen Frühchen blieb es bislang bei einem Befall ohne Ausbruch einer Infektion.

Dr. Akhil Chandra, Medizinischer Direktor des Klinikums, wehrt sich gegen jederlei Vorwürfe: „Man sollte nicht von Schuld sprechen. Ob Eltern oder medizinisches Personal – man kann nur versuchen, die Hände gut zu desinfizieren, ganz steril kriegt man sie nie.“

Obwohl die hygienischen Maßnahmen verschärft und für nicht-betroffene Frühchen ein eigenes Pflegeteam zuständig ist, gibt es jetzt zwei neue Fälle. Die Suche nach der Keim-Quelle läuft. „Es macht wenig Sinn, alle Personen zu untersuchen“, sagt Klinik-Chef Wilken Köster. Man sucht aber auf Türklinken, Milchpumpen oder Beatmungsmaschinen – 154 Punkte sind dabei bereits abgehakt.

Sechs Mütter mit Risiko-Schwangerschaft wurden in andere Kliniken verlegt.

Für Notfälle ist trotz des Aufnahmestopps gesorgt. Falls es in den nächsten Wochen ungeplant eine Frühgeburt mit einem Kind oder Mehrlingen (bis zu drei) unter 1500 Gramm geben sollte, ist ein Notfall-Zimmer mit notwendiger Technik ausgestattet. Für normale Säuglinge besteht keine Gefahr, denn ihre Abwehrkräfte reichen aus.

Das Klinikum steht wegen der Serratien-Keime in ständiger Verbindung mit Gesundheitsamt Wolfsburg und Landesgesundheitsamt.

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Serratien-Keime

Serratien gehören zur Familie der Darmbakterien, kommen aber in der gesamten natürlichen Umgebung vor. Für Frühgeborene, die noch keine Immunabwehr haben, können Keime lebensgefährlich sein. Die Bakterien, die im Klinikum auftauchten, werden in Bochum untersucht. So will man feststellen, ob Keime, die bereits im September bei Routineuntersuchungen an Frühchen in Wolfsburg gefunden wurden, aus dem gleichen Stamm kommen wie die jetzt entdeckten. Falls das so sein sollte, wäre die Quelle vermutlich direkt im Klinikum. Ein Ergebnis wird erst Mitte November zu erwarten sein. Serratien treten laut Gesundheitsamt selten auf, in Niedersachsen ist seit 2011 keine ähnliche Häufung von Keimbefall erfasst worden.

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