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Kanzlerduell: Wolfsburg Politiker fanden es lasch

Bundestagswahl Kanzlerduell: Wolfsburg Politiker fanden es lasch

Zu lasch, zu wenig Angriff, zu viele Gemeinsamkeiten: Wolfsburger Politiker zeigten sich nicht gerade begeistert über das Rededuell der Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Martin Schulz am Sonntag im TV.

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Wenig angriffslustig: Im TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Herausforderer Martin Schulz blieben heftige Attacken aus.

Quelle: MG RTL D

Wolfsburg. Große Überraschungen und heftige Schlagabtausche blieben am Sonntagabend aus im TV-Duell zwischen den Kanzlerkandidaten Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD). Wolfsburger Politikern fehlte es in der Runde vor allem an innenpolitischen Themen wie Bildung, Digitalisierung und sozialem Wohnungsbau.

„Es ging fair zwischen den beiden zu, der Stil war in Ordnung“, sagte CDU-Bundestagsabgeordneter Günter Lach. „Derzeit hat Deutschland einen ausgeglichen Haushalt und wir haben viel investiert. Das hätten die Moderatoren stärker herauskitzeln können“, so der Vorsfelder.

Auch SPD-Bundestagskandidat Falko Mohrs zeigte sich verwundert über die Themenauswahl: „Bildungspolitik und die Finanzierung von guter und kostenloser Bildung spielte keine Rolle.“ Gerade dabei hätte es aus seiner Sicht zu Kontroversen zwischen Kanzlerin und Herausforderer kommen können. Gut herausgekommen sei in dem Duell dagegen die Tatsache, dass Flüchtlingsarbeit harte Arbeit sei.

„Das Duell wirkte wie eine Diskussion der Koalitionäre untereinander“, befand Axel Bosse, Vorstandssprecher des Grünen-Kreisverbandes Wolfsburg. Folglich gab es dem Detmeroder zufolge kaum Unterschiede zwischen den Positionen der beiden Kandidaten und keine Kontroversen. „Es wurde über vieles gesprochen, nur nicht über die Zukunft“, so Bosse. Gewünscht hätte er sich etwa Aussagen zum Klimaschutz.

„Ich war sehr enttäuscht“, sagte Kristin Krumm, Bundestagskandidatin der FDP. Ihr fehlten die Themen Bildung, Digitalisierung, Bürokratieabbau und Innovationen im Wirtschaftsbereich. „In der Flüchtlingspolitik herrschte große Einigkeit.“ Aus Sicht der Freidemokratin habe sich Schulz nicht klar genug von Merkel abgegrenzt.

„Das war kein Duell, sondern der Beginn von Koalitionsgesprächen“, fasste Bundestagsabgeordnete Pia Zimmermann (Linke) das Kanzlerduell zusammen. Ob Sozialpolitik mit bezahlbarem Wohnraum als einem Teilbereich oder Bildung: „Schulz hat kein Konzept“, kritisierte Zimmermann. „Für die Kanzlerin lief es besser, der Herausforderer war ziemlich lasch.“

„Die beiden Partien liegen dicht beieinander, viele Unterschiede gab es nicht“, sagte Thomas Schlick, Bundestagskandidat der Wolfsburger AfD. Die Diskussion um eine Erhöhung des Kindergeldes ist dem Kommunalpolitiker in der Familienpolitik „zu wenig“. Er äußerte Zweifel an der Haltung von Angela Merkel und Martin Schulz, mit der Türkei nicht über einen Beitritt zur EU zu verhandeln.

Von Jörn Graue

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