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Stadt Wolfsburg KZ-Lager: Können Überreste bald geborgen werden?
Wolfsburg Stadt Wolfsburg KZ-Lager: Können Überreste bald geborgen werden?
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23:59 09.06.2017
Laagberg: Auf dem Areal zwischen Schlesierweg und Breslauer Straße sind Überreste eines KZ-Lagers gefunden worden.   Quelle: Boris Baschin
Laagberg

 Werden bald die alten Fundamente des Konzentrationslagers zwischen Schlesierweg und Breslauer Straße geborgen und endlich konserviert? Eine erste Hürde ist genommen: Der Ortsrat Mitte-West hat am Donnerstag in seiner Sondersitzung der Verwaltungsvorlage der Stadt grünes Licht gegeben.

Doch die Diskussionen um das sensible Thema dürften damit nicht beendet sein. Zwar zeigte sich der Ortsrat geschlossen, doch die Fraktionen im Rat, so war es im Kulturausschuss festzustellen, sind verschiedener Meinung.

Vor allem geht es um die von der Stadt und Denkmalschützern vorgeschlagene Verlegung der vollständig erhaltenen Grundmauern zweier KZ-Überreste aus dem Jahr 1944. Die Überreste sollen nahe des ursprünglichen Fundorts auf der Wiese zwischen Lidl und Tankstelle neu aufgebaut und durch eine Gedenkstätte oder einen musealen Bildungsort ergänzt werden. Der Standort sei laut städtischer Experten authentisch, weil auf dem Areal damals der zum Lager gehörende Wachturm und das Trafohaus standen. Für die CDU auch ein Grund, der Verlegung positiv gegenüber zu stehen. Wilfried Andacht (CDU): „Das passt doch sehr gut.“

„Wir müssen schnell handeln“

Im Ortsrat warben Denkmalschützer Daniel Pollok und Krieger für das Projekt. Zumindest solle die Vorlage jetzt insofern schnell auf den Weg gebracht werden, um die Reste zu bergen, zu konservieren und auf der Wiese zwischenzulagern. Über den finalen Standort solle letztlich ein großer Wettbewerb mit Architekten, Landschaftsgärtnern, Bürgern und Opferverbänden entscheiden. Ortsbürgermeister Matthias Presia (SPD) sagt: „Wir müssen jetzt schnell handeln, sonst haben wir bald keine Überreste, die wir präsentieren können.“ Wie Pollok nicht müde wurde zu betonen, seien die Mauern seit Ende März der Witterungs ausgesetzt und das täte ihnen gar nicht gut.

PUG und Linke sind skeptisch

Zwar stimmte auch die PUG im Ortsrat der Vorlage zu, grundsätzlich tun sich die Partei-Unabhängigen ebenso wie die Linke schwer mit einer Verlegung. Adam Ciemniak (PUG): „Wir zweifeln, dass der Standort zwischen Supermarkt und Tankstelle der Sache würdig ist.“ Pia Zimmerman, Bundestagsabgeordnete der Linken: „Ein Tatort sollte nicht verlegt werden.“ Vor allem wünscht sich die PUG eine Stellungnahme von Opferverbänden und der Gedenkstätte Neuengamme, wie sie zu einer Verlegung stehen und „eine kreative Lösung ohne Verlegung“.

Das dürfte aber gar nicht so einfach sein: Die Mauerreste sind im Zuge eines großen Bauprojektes der Neuland gefunden worden. Auf dem Areal sollen ein Supermarkt und Wohnhäuser entstehen. Immerhin, da sind sich alle Politiker einig, soll in Zukunft eine Stele an der Original-Fundstelle auf das KZ hinweisen.

Als nächstes berät der Kulturschuss in seiner Sondersitzung am kommenden Mittwoch, 14. Juni, darüber.

Von Claudia Jeske

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