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KZ-Baracke wird geborgen

Breslauer Straße KZ-Baracke wird geborgen

Es ist eins der wenigen historischen Mahnmale in der jungen Stadt Wolfsburg: An der Breslauer Straße hat jetzt die Ausgrabung und Sicherung von Baracken-Fundamente des ehemaligen KZ-Außenlagers begonnen. Die Steine sollen erhalten und wieder aufgestellt werden.

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Mauerreste an der Breslauer Straße: Spezialisten begannen mit der Freilegung und Sicherung der Überreste der ehemaligen KZ-Baracken.

Quelle: Roland Hermstein

Laagberg. Monatelang wurde politisch diskutiert und gestritten – jetzt geht der Erhalt der Überreste der ehemaligen KZ-Baracken am Laagberg in die praktische Phase. Eine Spezialfirma für archäologische Blockbergungen begann damit, an der Breslauer Straße Fundamente der Mauern freizulegen und zu sichern. Der Großteil der Fundstücke soll wieder aufgebaut werden, womöglich ganz in der Nähe.

Die Neuland plant an der Breslauer Straße den Bau eines Einkaufszentrums sowie seniorengerechter Wohnungen. Bei Vorarbeiten kamen die Fundamente des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme zum Vorschein. In der damaligen „Stadt des KdF-Wagens“ hatten die Nazis dort Zwangsarbeiter interniert.

Bergungsarbeiten mit großem Gerät

Bergungsarbeiten mit großem Gerät.

Quelle: Roland Hermstein

Lange wurde darüber gestritten, wie mit dem historischen Fund verfahren werden soll. Nach Diskussionen auch mit Historikern und Opferverbänden entschied der Rat: Ein Teil des Mauerwerks bleibt – gesichert – vor Ort sichtbar erhalten, Großteile der Fundamente werden sorgsam ausgegraben und an neuer Stelle wieder aufgestellt. Gestern begann eine Fachfirma unter Aufsicht der unteren Denkmalschutzbehörde mit der Bergung der Fundament. Ein schwieriges Unterfangen – die Mauerreste mit ihrem geringen Zement-Anteil bröckeln leicht. Vorsichtig legten die Spezialisten die einzelnen Mauersteine inklusive des darunter liegenden Lehmbodens frei, verschalten die Steine mit maßgeschneiderten Holzrahmen, bis sie mit einem Bagger behutsam angehoben werden konnten. Sämtliche Fundamente werden mit Holz eingeschalt und wenige Meter entfernt auf der gegenüber liegenden Straßenseite zwischen Lidl und der Tankstelle zwischen gelagert. „Dort wäre auch ein Gedenk- und Lernort vorstellbar“, sagt Stadt-Sprecher Ralf Schmidt. Eine endgültige Entscheidung dazu stehe aber noch aus.

Das Bauvorhaben der Neuland verzögert sich übrigens durch die Bergung der Fundamente nicht. Noch liefen Ausschreibungen und die Baugenehmigung – man sei im ganz normalen Zeitplan, hatte Neuland-Sprecherin Janina Thom vor wenigen Wochen versichert.

Von Ulrich Franke

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