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In Hals gestochen: Streit um ein Handy eskaliert

Verhandlung am Landgericht In Hals gestochen: Streit um ein Handy eskaliert

Der Streit um ein defektes Handy hat beinahe zum Tode eines Menschen geführt. In der Auseinandersetzung in der Wolfsburger Innenstadt hatte ein Marokkaner (36) im Oktober 2016 einem jungen Mann aus Somalia (27) eine zerbrochene Flasche in den Hals gerammt.

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Versuchter Totschlag: Der Angeklagte (2.v.r.) im Gespräch mit seinem Rechtsanwalt Salim Zaizaam (l.).

Quelle: Kevin Nobs

Wolfsburg. Gegen den 36-Jährigen wurde gestern am Braunschweiger Landgericht die Verhandlung wegen versuchten Totschlags eröffnet. Ein Auftakt mit Hindernissen.

Die verworrene Geschichte fing mit Verwirrung im Gerichtssaal an. Der marokkanische Angeklagte hatte im Vorfeld um einen Italienisch-Dolmetscher gebeten. Da sie einander aber nicht verstanden, wurde eine Dolmetscherin einbestellt, die arabisch spricht. Für das Opfer kam ein somalischer Übersetzer hinzu. Trotz des Aufwands blieben einige Personalien ungeklärt.

Der Fall begann im Herbst 2016 mit einer Lappalie. Die beiden Männer hatten sich im Asylbewerberheim in der Dieselstraße kennen gelernt, wo der damals 35-Jährige lebte. In einer nicht näher zu klärenden Situation fiel das Handy des jüngeren Mannes zu Boden, das Display zerbrach. Sie einigten sich darauf, die Reparaturkosten zu teilen.

Am 8. Oktober gerieten sie am Kaufhof in der Nacht stark alkoholisiert aneinander, weil noch kein Geld geflossen war. Das spätere Opfer trat so aggressiv auf, dass die Polizei den Mann über Nacht in Gewahrsam nahm.

Die Situation eskalierte am 16. Oktober. Erst treffen sich die Männer zufällig im Sauna-Klub im Schachtweg, später zufällig ein paar Meter weiter vor der Diskothek Blondt. Wer dort auf wen losging, wurde gestern nicht deutlich. Jedenfalls soll der Marokkaner eine Bierflasche zerbrochen und dem Somalier in den Hals gerammt haben. Vermutlich rettete nur eine Ausweichbewegung das Leben des 27-Jährigen. Die Wunde musste mit 14 Stichen genäht werden. „Ich habe versucht, ihn festzuhalten, weil ich dachte, dass er mich töten will“, so das Opfer. Der 36-Jährige äußerte sich nicht. Die Verhandlung geht am 28. März weiter, dann sollen zwei Polizisten als Zeugen aussagen.

kn

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