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In Diesel-Krise ist der Industrie-Pfarrer gefragt

Wolfsburg In Diesel-Krise ist der Industrie-Pfarrer gefragt

Wolfsburg. Er möchte offen auf Menschen zugehen und bietet stets das vertrauliche Gespräch in einem geschützten Raum an. Dirk Wagner ist seit vergangenem November Industriepfarrer in Wolfsburg. Die Folgen der VW-Dieselkrise würden viele beschäftigen, sagt der 57-Jährige, der sich erst vor wenigen Jahren entschied, Seelsorger zu werden.

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Beistand für die VW-Mitarbeiter: Dirk Wagner ist Industriepfarrer in Wolfsburg.

Quelle: Sebastian Bisch

Fast drei Jahrzehnte lang hat Dirk Wagner als Ingenieur in der Baubranche gearbeitet. Dadurch kennt er zahlreiche Unternehmen und Abläufe von innen. Mit 50 Jahren fasste er dann den Entschluss, berufsbegleitend Theologie in Marburg zu studieren. Dort büffelte er auch Latein, Hebräisch und Griechisch, bevor es ins Vikariat nach Kassel ging. Vor einem Jahr bekam der Celler dann das Angebot, als Industriepfarrer in Wolfsburg zu arbeiten und sagte sofort zu.

„Ich suche zunächst den Kontakt mit Arbeitnehmervertretern“, sagt Wagner. Viele Menschen wüssten oft gar nicht, dass es einen Industriepfarrer gebe und erinnerten sich bei der ersten Begegnung mit ihm an eigene Erfahrungen mit Glaube und Kirche wie etwa Taufe oder Konfirmation.

Aus Gesprächen in den vergangenen Monaten weiß er, dass gerade die VW-Dieselkrise bei vielen Menschen große Sorgen ausgelöst hat. „Da sieht beispielsweise ein Entwicklungsingenieur plötzlich sein ganzes Lebenswerk infrage gestellt. Viele Beschäftigte meinen, unter Generalverdacht zu stehen und sehen die eigene Arbeit als entwertet an“, erläutert Wagner.

Kirche und Wirtschaft sind ihm zufolge keine Gegenspieler, im Gegenteil: „Kirche kann als Kontrapunkt zur Wirtschaft Räume schaffen, Segensräume zum Luft holen.“

  • Immer dienstags und mittwochs bietet Dirk Wagner im Haus der Kirche, An der Christuskirche 2, zwischen 9 und 17 Uhr Sprechzeiten an.
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