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Immacolata Glosemeyer: „Von Wohnungsnot sind alle betroffen“

Direktkandidaten zur Landtagswahl Immacolata Glosemeyer: „Von Wohnungsnot sind alle betroffen“

Die 52-jährige gebürtige Italienerin Immacolata Glosemeyer sitzt für die SPD bereits im Landtag. In der kommenden Wahlperiode möchte sie sich für allerhand soziale Projekte einsetzen, darunter die Abschaffung der Kita-Gebühren und die Unterstützung von Arbeitnehmern in Pflegeberufen.

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Direktkandidatin der SPD für den Landtag: Immacolata Glosemeyer.

Quelle: Britta Schulze

Wolfsburg. Warum kandidieren Sie für den Landtag?

Ich möchte Politik machen, von der die Menschen in Wolfsburg und der Region direkt profitieren. Und bei Problemen, diese anpacken und Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger der Region erzielen. Viele Herausforderungen, die uns in Wolfsburg betreffen, müssen auf Landesebene angepackt werden. Ein Beispiel hierfür ist der angespannte Wohnungsmarkt. Die rot-grüne Landesregierung hat in den letzten viereinhalb Jahren 500 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitgestellt. Über 19 Millionen Euro sind davon nach Wolfsburg geflossen. Diese Investitionen müssen unbedingt weitergeführt werden, denn von Wohnungsnot sind alle betroffen. Das trifft den Studenten ebenso wie die Familien und Senioren. Unser Ministerpräsident Stephan Weil hat bereits angekündigt, jährlich 25.000 Wohnungen sozial zu fördern. Davon wird auch Wolfsburg profitieren. Ich möchte die erfolgreiche Arbeit, die die SPD-Fraktion in den letzten fast fünf Jahren gemacht hat, fortsetzen. Wir haben über 40 Millionen Euro in den Ausbau von Krippen- und Kindergartenplätze alleine in Wolfsburg investiert. Durch die dritte Kraft in der Krippe haben wir ein verlässliches Angebot in der frühkindlichen Betreuung geschaffen und haben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dadurch verbessert. Im nächsten Schritt werden wir die Kita-Gebühren abschaffen, denn Bildung darf nichts kosten! Das ist nur konsequent, denn die Studiengebühren haben wir bereits abgeschafft. Auch bei der Altenpflegeausbildung hat die rot-grüne Landesregierung für Schulgeldfreiheit gesorgt. Das geht mir aber nicht weit genug. Wir müssen in die Qualität der Pflege investieren und dazu gehört auch, dass Auszubildende für ihre Arbeit eine angemessene Vergütung bekommen. Neben der Pflege im Altenheim spielt auch die Pflege in unseren Krankenhäusern eine wichtige Rolle. Wie Stephan Weil schon ankündigte: Wir brauchen eine Personaluntergrenze, denn die Belastungsgrenzen sind längst überschritten. Auch, wenn das eigentlich ein Bundesthema ist. Wir werden in Vorleistung gehen, denn das Pflegepersonal braucht dringend Unterstützung. Ich habe konkrete Ideen, wie wir das Land gerechter und noch besser machen können. Wir sind vor fünf Jahren mit dem Slogan „Anpacken. Besser machen.“ angetreten. Ich habe Wort gehalten und werde dieses Motto auch für die nächsten fünf Jahre mit nach Hannover nehmen.

Welche Vorbilder haben Sie?

Auf politischer Ebene habe ich immer Regine Hildebrandt bewundert. Kaum eine Frau hat sich getraut, so direkt für die Belange der Bürgerinnen und Bürger einzustehen. Sie hat nie lange um den heißen Brei geredet und keine Diskussion gescheut. Auf privater Ebene ist es meine Mutter, die mit mir als kleinem Kind meinem Vater in ein für sie fremdes Land gefolgt ist. Sie hat es geschafft, Deutschland zu unserer Heimat zu machen.

Welche Konsequenzen muss Ihre Partei aus den Ergebnissen der Bundestagswahl ziehen?

Im Bund haben wir einen klaren Oppositionsauftrag erhalten, den wir sehr ernst nehmen. Wir müssen auf allen Ebenen deutlicher machen, wofür wir stehen. Wir müssen unser sozialdemokratisches Profil schärfen und uns klar von anderen Parteien abgrenzen. Außerdem müssen wir uns die typische „Politikersprache“ abgewöhnen. Die Menschen wollen klare Ansagen – nur so können wir die Bürgerinnen und Bürger wieder erreichen. Dass die AfD in den Bundestag einzieht, bedauere ich sehr. Eine harte und kompromisslose Auseinandersetzung mit dieser Partei, die immer offener rechtsextremistische und ausländerfeindliche Positionen vertritt, wird unsere Aufgabe sein. Umfragen haben deutlich gezeigt, dass die Bürgerinnen und Bürger aus Frust die AfD wählen – nicht aus politischer Überzeugung. Es ist uns ein Anliegen, diesen Frust zu verstehen und darauf zu reagieren.

(Wie) Unterstützt Sie Ihre Familie in Ihrem politischen Engagement?

Meine Familie unterstützt mich, wo sie nur kann. Sie hält mir immer den Rücken frei und versteht, dass mein Beruf auch mit vielen Terminen in den Abendstunden und am Wochenende einhergeht. Ich bin sehr dankbar für ihre Unterstützung und versuche, mir immer wieder einen Tag für meine Lieben freizuschaufeln. Das gilt auch für meine Freunde, die mich nicht hängen lassen, wenn ich Rat brauche oder einfach mal Kraft tanken muss.

Womit beschäftigen Sie sich außerhalb Ihrer Arbeit, wobei entspannen Sie?

Ich lese sehr gern. Manchmal höre ich aus Zeitgründen auch Hörbücher, was aber nur meine zweite Wahl ist. Lesen ist wesentlich schöner. Ich koche auch sehr gerne. Besonders, wenn ich Familie und Freunde zu Gast habe, darf es auch etwas aufwändiger sein. Ich liebe es, wenn zu Weihnachten und Ostern meine ganze Familie bei mir ist. Und mein Büroteam darf sich im Advent immer über gut gefüllte Keksdosen freuen.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen/Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Der letzte Film, den ich mir angeschaut habe, war „Monsieur Claude und seine Töchter“, den ich auch ohne Einschränkung weiterempfehlen kann. Mein letztes Buch war „Meine geniale Freundin“ von Elena Ferrante. Der Roman thematisiert das Leben zweier Freundinnen, die in einem Armenviertel groß werden. Am Ende zeigt die Geschichte, dass die Chance auf Bildung der wichtigste Grundstein für ein Leben aus der Armut ist.

Was schätzen Sie in Wolfsburg am meisten?

Ich schätze sehr viel an meiner Heimat. Wir haben ein unglaublich freundliches Miteinander zwischen vielen verschiedenen Nationen, Kulturen und Religionen. Außerdem schätze ich die hohe Familienfreundlichkeit. Wolfsburg ist eine moderne, weltoffene und dynamische Stadt, die immer in Bewegung ist und es macht Spaß an dieser Entwicklung teilzuhaben. Man kennt sich in Wolfsburg. Überall trifft man bekannte Gesichter. Ich schätze die kurzen Wege. Bei schönem Wetter halte ich mich auch gern am Allersee auf.

Was würden Sie in Wolfsburg gern ändern?

Ich finde, die Porschestraße könnte etwas belebter sein. Die Gastronomie hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt, aber es fehlt an weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Ich wurde schon häufiger von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen, die sich ein Kaufhaus wünschen.

Nach dem Trainerwechsel: Was kann der VfL in der neuen Fußballsaison erreichen?

Durch den Trainerwechsel und die Zusammenstellung eines neuen Kaders muss sich die Mannschaft erst mal finden. Bei meinem letzten Besuch im Stadion gegen Mainz musste ich feststellen, dass die Mannschaft wohl noch etwas Zeit braucht. Langfristig bin ich aber guter Dinge, dass der VfL wieder europäisch spielt. In dieser Saison rechne ich mit einem Platz am Ende der ersten Tabellenhälfte. Bei den Frauen bin ich da optimistischer. Sie haben in diesem Jahr wieder das Zeug zum Triple. Momentan liefern sie ja in allen Wettbewerben super ab.

Welchen privaten Wunsch wollen Sie sich in diesem Jahr noch erfüllen?

Der Wunsch meines Vaters ist es, gemeinsam mit mir eine Reise nach Rom zu machen. Diesen Wunsch werde ich ihm auf jeden Fall erfüllen. Da freue ich mich drauf.

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