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Im ganzen Stadtgebiet platzten Wasserrohre

Wolfsburg Im ganzen Stadtgebiet platzten Wasserrohre

Gleich zu mehreren Wasserrohrbrüchen kam es in der Nacht zu Donnerstag im ganzen Stadtgebiet. Zahlreiche Haushalte standen stundenlang ohne Wasser da.

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Wasserrohrbrüche: An vielen Stellen sprudelte das Wasser aus der Straße. Die LSW ließ die Rohre erneuern.

Quelle: Baschin / Hensel

Besonders schlimm war es in Ehmen: Gegen 21.30 Uhr platzte ein Rohr im Sandweg, das Wasser sprudelte nur so aus dem Boden. Kurze Zeit später platzten auch noch die Rohre in der benachbarten Gothaerstraße und am Schützenplatz.

„Mein Vater hat sofort die Feuerwehr alarmiert“, berichtet Nicole Tietz aus dem Sandweg. Für sie besonders positiv: die Hilfsbereitschaft der Nachbarn. „Wir haben das beste draus gemacht und auf der Straße eine Art Pool-Party gefeiert“, sagt sie lachend. Morgens um sechs rückten dann die Bauarbeiter an, erneuerten die Rohre in allen drei Straßen. „Wir haben uns schon bei unserem Sohn zum Duschen angemeldet“, sagten Sabine und Klaus-Dieter Pohl aus dem Sandweg.

Erst am Morgen bemerkte Franz-Albert Schröder aus der Straße „Am Schützenplatz“, dass es kein Wasser mehr gab – er nutzte die eingerichtete Wasserentnahmestelle im Sandweg, um sich mit dem Nötigsten einzudecken. „Ärgerlich, dass die LSW gleich das ganze Hauptrohr abdrehen musste und nicht die einzelnen Nebenrohre trockenlegen konnte“, fand er. Einig sind sich alle, dass es bei so vielen einzelnen Rohrbrüchen jetzt wirklich an der Zeit sei, die Leitungen in dem etwa 60 Jahre alten Baugebiet jetzt komplett zu erneuern.

Weitere Rohrbrüche gab es am Klieversberg (Hochring), am Laagberg (Sachsenring) und in Detmerode (Hans-Böckler-Straße). „Da merkt man erst, wie abhängig man von Wasser ist“, sagte Thomas Steding aus dem Hochring. Er organisierte sich Wasser von Bekannten. „Damit ich mir wenigstens ein paar Nudeln kochen kann.“ Im Sachsenring beobachtete unter anderem Helmut Dietz die Bauarbeiten: „Das Wasser lief über den ganzen Parkplatz!“

kau

Sechs Rohrbrüche nach Spannungseinbruch im Stromnetz: Die LSW arbeitete mit Hochdruck an der Reparatur.

Stromprobleme waren Auslöse

Im gesamten Stadtgebiet platzten kurz hintereinander sechs verschiedene Wasserrohre. Wie es dazu kommen konnte, erklärte die LSW auf WAZ-Nachfrage.

„Natürlich erscheint dieses Phänomen zunächst ungewöhnlich, aber es gibt eine ganz logische Erklärung“, sagt LSW-Sprecherin Imke Böllhoff. So sei es bereits am Nachmittag zu einem Spannungseinbruch im vorgelagerten Stromnetz gekommen. Die hatten wiederum Auswirkungen auf die Pumpenstation in Westhagen. Es kam zu einem Überdruck im Trinkwassernetz – eine enorme Belastung für die Rohre, an Schwachstellen kam es zu Rissen. Wie viele Haushalte genau betroffen waren, konnte Böllhoff nicht sagen. Aber: Es waren viele. Immerhin waren gleich sechs verschiedene Straßenzüge betroffen.

Mit Nachdruck habe die LSW an allen Stellen gleichzeitig die Rohre erneuern lassen, Donnerstagnachmittag war alles fertig. Zu ernsthaften Problemen sei es nicht gekommen. Aber: Nach WAZ-Information soll ein Mann in Detmerode in ein über ein Meter tiefes Loch in der unterspülten Straße gefallen sein – er kam zum Glück mit einem Schrecken davon.

kau

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