Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
IS-Prozess: Verteidiger fordern milde Urteile

Wolfsburg / Celle IS-Prozess: Verteidiger fordern milde Urteile

Celle.  Die Verteidiger der Wolfsburger IS-Kämpfer haben gestern im Prozess vor dem Landgericht Celle milde Urteile gefordert. Die Rechtsanwälte von Ayoub B. plädierten für einen Freispruch und die Einstellung des Verfahrens. Die Anwälte von Ebrahim H. B. (26) forderten für  ihren Mandanten höchstens zwei Jahre Haft – auf Bewährung.

Voriger Artikel
Neu verlegte Steine ragen aus Pestalozziallee
Nächster Artikel
BMW-Bande aktiv: Vier Fahrzeuge aufgebrochen

Terror-Prozess: Die Verteidiger der angeklagten Wolfsburger Ayoub B. und Ebrahim H.B. plädieren für Freispruch oder Bewährung.

Quelle: dpa (Archiv)

Die Staatsanwaltschaft hatte am Vortag über sieben Jahre Haft für Ayoub B. und vier Jahre Gefängnis für Ebrahim H. B. gefordert (WAZ berichtete).

Hannes Linke, einer der Anwälte von Ayoub B., begründete seinen Antrag auf Einstellung des Verfahrens damit, dass Yassin O., der in Wolfsburg neben den Angeklagten rund 20 weiterere Männer für die Terrororganisation „Islamischer Staat“ angeworben haben soll, von der Polizei nicht früh genug ins Visier genommen wurde. Er mutmaßt, es handele sich entweder um Schlamperei oder Yassin O. sei ein V-Mann in der Salafisten-Szene. Dann wäre die Anwerbung eine „rechtsstaatswidrige Provokation“ und somit Grund für die Abweisung. Kollege Dirk Schoenian bestritt, dass Ayoub B. dem IS überhaupt freiwillige beitrat. Er glaube ihm dass er wegen des Islam-Studiums nach Syrien gereist sei. Dass er als Krankenwagenfahrer bei einem IS-Kampf aktiv war, sei gerechtfertigt, weil er sonst um sein eigenes Leben hätte fürchten müssen.

Anders argumentieren die Verteidiger von Ebrahim H. B., Marco Neumann und Anselm Schanz: Ihr Mandant hatte gestanden, dass er dem IS den Treueeid geschworen und sich als Selbstmordattentäter gemeldet hatte – allerdings nur, um nach Bagdad zu gelangen und von dort aus zu fliehen, sagte Neumann. Mitgliedschaft in der Terror-Organisation könne und wolle man nicht abstreiten. Seine Mitwirkung sei aber unbedeutend, seine Reue glaubhaft. Haft, so Schanz, sei in diesem Fall „ein falsches Signal“ für andere Rückkehrer.

amü

  • + + + Dieser Text wurde aktualisiert + + +
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wolfsburg/Celle
IS-Prozess: Die Bundesanwaltschaft sieht Tatbestand der Beihilfe zum Mord erfüllt, fordert hohe Haftstrafen.

Plädoyer vor dem Oberlandesgericht in Celle im IS-Prozess gegen zwei Wolfsburger: Sieben Jahre und sechs Monate Haft fordert die Bundesanwaltschaft für Ayoub B. (27), vier Jahre und drei Monate für Ebrahim H. B. (26).

mehr
Mehr aus Stadt Wolfsburg

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr

Borth im Radio - der wöchentliche Talk mit WAZ-Chefredakteur Dirk Borth auf radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

Ihre Tageszeitung auf dem Tablet lesen: Wir haben die besten Geräte, das passende Zubehör und tolle Angebote! Lassen Sie sich jetzt unverbindlich im AZ/WAZ Media Store beraten. mehr

Wolfsburg: Spektakulärer Sonnenuntergang