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IS-Prozess: LKA-Ermittler in der Kritik

Wolfsburg/Celle IS-Prozess: LKA-Ermittler in der Kritik

Zwei Ermittlungsbeamte des Niedersächsischen Landeskriminalamts sagten gestern als Zeugen im IS-Prozess gegen die Wolfsburger Terrorverdächtigen Ayoub B. (27) und Ebrahim H. B. (26) in Celle aus. Die Ermittler (30/45) gerieten im Laufe der Verhandlung selbst in die Kritik. Der Vorwurf: Sie seien früh von Aktivitäten informiert worden, hätten aber nicht gehandelt.

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IS-Prozess: Polizeibeamte des LKA mussten sich auch unbequemen Nachfragen zu fehlenden Ermittlungen gegen den IS-Anwerber Yassin O. (kl.Bild) stellen.

Quelle: dpa / Screenshot NDR

So gehörten die beiden Beamten zu einer Ermittlungsgruppe, die Ende April 2014 erste Hinweise bekommen hatte, dass der Prediger Yassin O. in Wolfsburg versuche, junge Männer für den IS anzuwerben. Kriminalkommissar R. (30) berichtete gestern, dass er von einem Informanten angerufen worden sei. Dieser erzählte, dass die Gruppe um Yassin O. Druck auf Ayoub B. ausübe. Der Kommissar dazu: „Das war für uns der erste Hinweis zu ermitteln.“

Doch diese Ermittlungen wurden wohl erst fortgesetzt, als Ayoub B. im August 2014 wieder aus Syrien zurückgekehrt war. Und bei der Vernehmung des Deutsch-Tunesiers nach seiner Rückkehr erfuhr das LKA, dass auch Ebrahim H. B. in Syrien war. „Da denkt man immer, die Ermittlungsbehörden wissen alles“, kommentierte Anselm Schanz, Verteidiger von Ebrahim H.B. Sein Kollege Dirk Schoenian, der Ayoub B. vertritt, staunte außerdem, dass sein Mandant zwischen Wiederkehr und Verhaftung im Januar 2015 nicht überwacht wurde.

Ayoub B. selbst wurde gestern quasi zum Ankläger, als er erfuhr, dass das LKA Yassin O. nicht einmal vernommen hatte. „20 Leute sind aus Wolfsburg rausgetanzt. Hat euch das kalt gelassen?“, fragte er während des Prozesses. Der zweite Ermittlungsbeamte (45) im Zeugenstand betonte: Ohne konkrete Tat seien der Polizei die Hände gebunden.

WAZ-INFO: Die Vorwürfe

Ayoub B. und Ebrahim H. B. stehen vor Gericht, weil sie laut Anklage Ende Mai 2014 über die Türkei nach Syrien reisten und sich dort der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) anschlossen. Ayoub B. soll gekämpft haben, Ebrahim H. B. stand laut Anklage kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen.

Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ayoub B. ist auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt, weil er an Kampftrainings teilgenommen haben soll.

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