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IS-Prozess: Attentäter als Märtyrer gefeiert

Wolfsburg IS-Prozess: Attentäter als Märtyrer gefeiert

Wie viele Wolfsburger sind für den IS in den Terrorkrieg gezogen, wie viele von ihnen sind selbst ums Leben gekommen? Auch gestern versuchte das Gericht diese Frage zu klären, konkrete Antworten gab es auch von den geladenen Ermittlern der Polizei nicht.

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Wie viele Wolfsburger kämpfen für den IS? Auch um diese Frage geht es im Terrorprozess. Ein LKA-Ermittler bestätigte die große Kooperationsbereitschaft von Ayoub B. (r.).

Der LKA-Ermittler (33) erklärte zumindest, Ayoub B. habe ihm vom Selbstmordattentat des Wolfsburgers Sofian K. berichtet: „Auf einer Brücke, er hat dabei Panzer der syrischen Armee zerstört und wurde dafür als Märtyrer gefeiert.“

Sein Kollege vom Wolfsburger Staatsschutz brachte es auf sechs Wolfsburger, die im Terrorkrieg ihr Leben gelassen hätten: Neben Sofian K. ein weiterer Selbstmordattentäter, dazu Kerim M., den ein Foto mit einem Kopfschuss zeige, und weitere Personen, bei denen die Todesursache nicht bekannt sei. Tatsächlich dürfte nach WAZ-Recherchen mindestens die Hälfte der Wolfsburger IS-Kämpfer (laut dem Angeklagten Ebrahim H.B. „20 Jugendliche“) ums Leben gekommen sein.

Mehrfach bestätigte der LKA-Ermittler in seiner Zeugenaussage Ayoub B. große Kooperationsbereitschaft nach dessen Rückkehr nach Deutschland. Bereits bei der ersten Vernehmung auf dem Flughafen Leipzig habe dieser erklärt, er wolle „voll und ganz aussagen und mit dem IS abschließen.“ Er bestätigte auch, dass B. von Anfang an erklärt habe, er habe in Syrien „nur helfen wollen und niemanden getötet.“ Seine Aussage hätte zudem zu einer Reihe weiterer Ermittlungsverfahren gegen Wolfsburger IS-Verdächtige geführt.

Der Mitangeklagte Ebrahim H.B. erklärte gestern, er fühle sich von Behörden und Medien bisher missverstanden und wolle sich deshalb erneut klar positionieren: „Ich distanziere mich vom IS und bin kein Terrorist.“

fra

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Terrorprozess: Ebrahim H.B. (l.) und Ayoub B. (r.) müssen sich wegen des Verdachts der Mitgliedschaft im „Islamischen Staat“ verantworten.

Ein Wolfsburger, der zurzeit in Syrien für den IS kämpft, stand bereits vor acht Jahren unter Terrorverdacht. Als damals 16-Jähriger soll Alaeddine T. für die sogenannten Sauerlandbomber Zünder nach Deutschland geschmuggelt haben.

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