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IS-Anwerber löste Sog bei Wolfsburger Muslimen aus

Wolfsburg IS-Anwerber löste Sog bei Wolfsburger Muslimen aus

Wolfsburg/Celle. Mit Gebetstreffen beginnt die Radikalisierung junger Muslime in Wolfsburg. Ein Anwerber des Islamischen Staates habe dann von einem neuen Land nur für Muslime geschwärmt und eine Ausreisewelle nach Syrien in Gang gesetzt, sagt ein IS-Rückkehrer vor Gericht aus.

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Der Prozess gegen zwei IS-Rückehrer aus Wolfsburg wird heute in Celle fortgesetzt.

Quelle: dpa

Ein IS-Anwerber soll in Wolfsburg immer mehr junge Muslime in seinen Bann gezogen und für die Terrorgruppe Islamischer Staat begeistert haben. Der angeklagte IS-Rückkehrer Ayoub B. berichtete am Dienstag in seinem Prozess vor dem Oberlandesgericht Celle, der Mann habe von einem neuen, gerechten Staat nur für Muslime erzählt, der Unterstützung brauche.

Der Aufbruch erster radikalisierter Wolfsburger Muslime nach Syrien habe eine Sogwirkung auf andere der Gruppe ausgeübt, so dass immer mehr dorthin gereist seien. Manche hätten vom Dschihad, andere von humanitärer Hilfe gesprochen, sagte der 27-Jährige in seiner Vernehmung aus. Bekannt gewesen sei, dass der aus Syrien gekommene Anwerber zunächst eine Al Kaida nahestehende Terrorgruppe unterstützt habe.

Wegen seiner großen Kenntnis des Islams sei er „der wissende Bruder“ genannt und von allen der Gruppe geliebt worden. „Jeder wollte sein bester Kumpel sein.“ Geschickt habe der Anwerber alle um den Finger gewickelt, sagte Ayoub B..  Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden mutmaßlichen IS-Heimkehrern Ayoub B. und Ebrahim H. B. (26) die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Ayoub B. ist auch wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat angeklagt, weil er an Kampftrainings teilgenommen und laut Anklage auch zur Waffe gegriffen haben soll.

Ebrahim H. B. stand nach den Ermittlungen kurz davor, einen Selbstmordanschlag in Bagdad zu begehen. „Ich würde lügen wenn ich sage, ich bin blind nach Syrien gegangen“, sagte der 27-jährige Deutsch-Tunesier Ayoub B., dem es nach eigenen Angaben aber nicht um den bewaffneten Kampf sondern um das Studium des Islams ging. „Du wirst die Lichter der Türkei sehen, du kannst jederzeit zurück“, sei ihm weiß gemacht worden. „Er hat nicht gesagt, dass Leute geköpft und versklavt werden und Muslime sich untereinander umbringen.“

Die radikalen Umtriebe in Wolfsburg seien in der tunesischen Moschee, in deren Vorstand sein Vater sitze, schnell aufgefallen, sagte der Angeklagte. Der Prediger und einige andere, die einen radikalen Islam vertreten, hätten dort Hausverbot erhalten. Sein Vater habe ihn vor diesen Männer gewarnt und klar von Terroristen gesprochen. Die Gruppe traf sich daraufhin in der türkischen Moschee, wo man nicht verstand, was sie auf Arabisch besprachen.

dpa

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