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Stadt Wolfsburg Hyper Shader tätowiert Füchse für guten Zweck
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Hyper Shader tätowiert Füchse für guten Zweck
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13:14 23.11.2017
Alle Hände voll zu tun: Christopher Kunz (li.) hat nicht nur Dennis Senne (re.) tätowiert, sondern auch den eigenen Chef, der sich den Fuchs gleich als Erster unters Knie stechen ließ.  Quelle: Britta Schulze
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Stadtmitte

 Eigentlich ist Carsten Schneider ein gemütlicher Typ, aber heute ist davon nicht viel zu merken: Der Tätowierer hastet vom Telefon zum Computer, zurück zu seinen Nadeln und wieder an den Empfangstresen. Seit er auf Facebook angeboten hat, in seinem Studio Hyper Shader in der Schillerstraße kleine Füchse zu tätowieren und dafür nur eine freiwillige Spende für krebskranke Kinder zu nehmen, rennen ihm die Tattoofreudigen förmlich die Bude ein.

„Das macht sonst alles unsere Shopmanagerin – die kann das alles gleichzeitig: tippen, telefonieren, mit Kunden reden. Meins ist das ja so gar nicht, viel lieber tätowier ich einfach nur“, stöhnt der 52-Jährige und lässt sich auf einen Stuhl fallen. „Da kommt man ja richtig ins Schwitzen!“ Dann springt er wieder auf: Das Telefon hat geklingelt.

Ständig melden sich Interessierte über Facebook, Festnetz oder Mail – oder kommen direkt zur Tür rein. Einer von ihnen ist Dennis Senne, der sich spontan in der Mittagspause tätowieren lässt. „Ein Kumpel hat mir das per Whats-App geschickt“, erzählt der 36-Jährige, der im Gesundheitswesen tätig ist. „Und ich finde die Aktion einfach cool.“

Ungewöhnliche Aktion: Das Tattoostudio Hyper-Shader in der Schillerstraße sticht ein selbst entworfenes Fuchs-Motiv gegen eine freiwillige Spende für krebskranke Kinder.

Das Motiv hat Schneider selbst entworfen. „Wenn es einem gut geht, soll man auch etwas weitergeben“, sagt er. „Ich habe selbst zwei Kinder und uns geht es zum Glück allen gut. Aber jeder hat ja irgendwo mal einen Krebsfall in der Familie – und ich wollte etwas Handfestes tun.“ Und damit hat er angefangen, ohne lange zu planen. Die Spendendose ist im Moment noch eine Klarsichtfolie, die langsam von den Scheinen ausgebeult wird. Schneider muss bei dem Anblick selbst lachen: „Ja, andere hätten vielleicht erstmal einen Verein gegründet oder bunte Spendenbüchsen gekauft.“

Nach nicht einmal einem Tag haben den Beitrag auf Facebook 40.000 Menschen gesehen. Allein am Mittwoch hat Schneider mit seinen Kollegen 25 Kunden tätowiert, mehr als 500 Euro an Spenden sind bereits zusammengekommen. „Früher hätte man mit so etwas vielleicht zehn Leute erreicht“, so Schneider. „Und jetzt verbrauchen wir hier an drei Tagen das Material, das sonst für zwei Wochen gereicht hätte. Aber ich freue mich sehr!“ Zum Glück ist Wohltätigkeit ansteckend: Seinen Zulieferer hat Schneider schon halb überzeugt, ihm für die Aktion ein wenig Gratismaterial zu schicken.

Wer noch einen Tattoo-Fuchs haben möchte, kann einfach vorbeikommen – zeitlich begrenzt ist das Angebot nicht. „Nur um ein bisschen Geduld müssen wir bitten“, sagt Schneider entschuldigend. Dann schnellt er hoch und legt Nadeln und Handschuhe bereit – auf seinem Sofa warten schon die nächsten Kunden.

Von Frederike Müller

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