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Hundekot auf Kuhweiden: Problem für Landwirte

Wolfsburg Hundekot auf Kuhweiden: Problem für Landwirte

Hundehaufen auf einer Weide auf dem Dorf sind völlig in Ordnung - möchte man meinen. Familie Bormann aus Almke weiß es besser. Vor einem Jahr infizierten sich einige ihre Kühe auf dem Feld mit Parasiten, viele Tiere mussten geschlachtet werden - Schuld hatten Hundehaufen!

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Hundekot auf der Weide: Kathrin Bormann weiß, dass das für die Tiere schlimme Folgen haben kann. Einige Kühe, die sich mit einem Parasiten infiziert hatten, musste sie schon schlachten lassen.

Quelle: Manfred Hensel

Das Problem heißt Neosporose, der Erreger ist ein Einzeller. Hunde - die selbst gesund bleiben und keine Krankheitssymptome aufweisen - scheiden ihn mit ihrem Kot aus. Mit fatalen Folgen, wenn das auf einer Weide passiert: Kühe fressen Gras, nehmen den Erreger auf, Folge sind infizierte Muttertiere und Totgeburten. „Wir mussten fünf Muttertiere schlachten lassen, dazu kamen die Totgeburten“, sagt Kathrin Bormann (51), die mit ihrem Mann Matthias in Almke einen Hof bewirtschaftet und Rinder züchtet. Dazu kamen Untersuchungs- und Tierarztkosten, „locker ein fünfstelliger Betrag.“

Nicht nur, dass sie sich von der Tierseuchenkasse („Es ist nicht als Tierseuche gelistet, also zahlen sie nicht“) und der Stadt („Wir bekamen Auflagen, aber keine finanzielle Unterstützung. Das ist schade“) im Regen stehen gelassen fühlt. In erster Linie gehe es ihr darum, Hundehalter für das Problem zu sensibilisieren. An ihren Weiden stellten Bormanns Hinweisschilder auf, die immer wieder verschwanden. Und wenn sie Hundehalter vor Ort anspreche, zeigten zwar einige Verständnis, viele aber auch nicht.

Mittlerweile haben Bormanns wieder einen kerngesunden Bestand an Tieren. Damit das so bleibt, wünschen sie sich vor allem eins: „Dass speziell die Hundehalter aufwachen und das Problem erkennen“, sagt Kathrin Bormann.

WAZ-INFO: Neosporose

Die Neosporose ist eine durch den Einzeller Neospora caninum hervorgerufene Infektionskrankheit bei Haus- und Wildtieren. Sie tritt vor allem bei Haushunden auf und kann bei diesen eine neurologische Erkrankung auslösen, die sich vor allem als Hirnstammsyndrom äußert. Beim Hausrind löst der Erreger Fehlgeburten aus.

Der Erreger wurde erst vor 30 Jahren entdeckt. Hunde sind in Europa häufig infiziert, allerdings ruft die Infektion nur selten eine Erkrankung hervor, sondern verläuft meist latent ohne klinische Erscheinungen. Bei Rindern spielen durch Neospora caninum ausgelöste Fehl- oder Totgeburten eine wichtige ökonomische Rolle. Sie wurden 1989 erstmals beschrieben.

fra

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