Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Stadt Wolfsburg Hol-Ab-Räuber gesteht alles
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Hol-Ab-Räuber gesteht alles
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 05.05.2018
Handschellen abnehmen für die Verhandlung: Der Hol-Ab-Räuber (2.v.l.) hat die Überfälle auf Getränkemärkte und einen Kiosk zum Prozessauftakt gestanden. Quelle: Kevin Nobs
Wolfsburg

Bei diesem Räuber wirkte der Gutachter etwas ratlos. Der Angeklagte, der zwei Hol-Ab-Getränkemärkte in Fallersleben und Velpke sowie einen Kiosk in Fallersleben überfallen haben soll, passt nicht ins Schema. Der 28-Jährige, gegen den am Mittwoch der Prozess am Landgericht Braunschweig eröffnet wurde, hat einen Schulabschluss, eine Beziehung und zum Tatzeitpunkt einen festen Job. Dummerweise gab der Mann aus der Samtgemeinde Velpke aber auch jeden Tag bis zu 125 Euro für Kokain aus. Die drei Taten gab er zu.

„Er muss ein klassisches Doppelleben geführt haben“, sagte der Gutachter bei der Vorstellung der psychiatrischen Diagnose vor Gericht. Im Job habe der Angeklagte als guter Mitarbeiter gegolten. Gleichzeitig nahm er seit Jahren Drogen, erst Marihuana, in den letzten Monaten täglich Kokain.

Eigenes Geld, geliehenes Geld, gestohlenes Geld

Den Stoff bezahlte er zunächst von seinem Gehalt, später lieh er sich Geld. Als auch das nicht mehr reichte, kam es zur so genannten Beschaffungskriminalität: Um seinen Drogenkonsum finanzieren zu können, beging der 28-Jährige Ende 2017 drei Überfälle, die er am Mittwoch allesamt gestand.

Vorbestraft ist der junge Mann mehrfach, seit Jahren kommt er mit dem Gesetz in Konflikt – wegen Drogen (Besitz und Anbau) oder Gewalt. Kokain hat er nach eigener Aussage auch direkt vor den drei Überfällen genommen.

Überfall mit Firmenwagen

Der erste Raub in Velpke ging am schnellsten über die Bühne. „Hinterher bin ich in das Auto meines damaligen Arbeitgebers gestiegen, nach Wolfsburg gefahren und habe Kokain gekauft.“ Während die Polizei ihm wegen des Firmenwagens, dessen Kennzeichen sich ein Zeuge gemerkt hatte, auf die Schliche kam, überfiel der Angeklagte den Hol-Ab-Markt in Fallersleben.

Danach stellte er sich der Polizei („Ich fühlte mich in einer ausweglosen Situation“), blieb aber auf freiem Fuß. Es folgte ein Überfall auf den Kiosk „Kleiner Laden“ in Fallersleben. Weil der Mann auf Bewährung draußen war, sitzt er jetzt im Gefängnis.

Knappe Entschuldigung

Bei seinen Opfern, die als Zeugen aussagten, entschuldigte sich der Angeklagte in knappen Worten und monotoner Stimme. Mehr Spaß hatte er augenscheinlich mit Freunden im Zuschauerraum, denen er immer mal wieder zuzwinkerte. Plädoyers und Urteil werden für Dienstag, 8. Mai (9 Uhr), erwartet.

Von Kevin Nobs

Für den Besitz von Kinderpornos hat das Amtsgericht am Mittwoch einen 63-Jährigen zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt. Im Prozess kam heraus, dass der Angeklagte als Kind selbst missbraucht worden war.

03.05.2018

Sie hat eine bewegte Karriere hinter sich. Und das mit gerade einmal 43 Jahren. Jetzt ist Monika Müller neue Sozialdezernentin der Stadt Wolfsburg. Und hat viel vor.

05.05.2018

Am Samstag, 5. Mai, wird es bunt in der mittleren Porschestraße: Dann lädt die WMG gemeinsam mit vielen Partnern von 11 bis 18 Uhr zum ersten „Kunterbunten Kindersamstag“ in die Fußgängerzone ein – umsonst und draußen.

02.05.2018