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Hertie: Auf den Kaufrausch folgte der Kater

Kaufhaus Hertie: Auf den Kaufrausch folgte der Kater

Es galt als Sinnbild des Wirtschaftswunders und „Zugpferd der Wolfsburger Wirtschaft“: Im Jahr 1960 eröffnete Hertie in Wolfsburg. Das Institut für Zeitgeschichte zeichnete Aufstieg und Niedergang des Kaufhauses nach.

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Hertie am Nordkopf: Das Kaufhaus eröffnete im November 1960 und war Sinnbild des Wirtschaftswunders. 2003 kam das endgültige Aus.

Quelle: Foto: Archiv

Wolfsburg. Nach dem Kaufrausch kam der große Kater. Das Hertie-Kaufhaus, am 18. November 1960 am Nordkopf der Porschestraße eröffnet, erlebte in Wolfsburg – wie auch in anderen Städten – einen bespiellosen Höhenflug – und noch nicht einmal 50 Jahre später einen Totalabsturz. Nach hektischen Phasen und geschäftlichem Erfolg in der Zeit des Wirtschaftswunders setzte für das bis dato größte Kaufhaus der Stadt der Abgesang auf Raten ein.

„Per Zufall“ stieß Werner Strauß, der stellvertretende Leiter des Instituts für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, bei der Suche nach Archivalien auf Unterlagen zu diesem besonderen Abschnitt der Wolfsburger Wirtschaftsgeschichte. Strauß und Institutsleiterin Anita Placenti-Grau stellten aussagekräftige Zeitungsartikel zusammen. Pressetexte, unter anderem von der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung, zeichneten die Boom-Phasen und das letztendliche Aus des Warenhauses am 29. August 2003 nach. Ein herber Schlag für die verbliebenen 70 Mitarbeiter. Von 900 Mitarbeitern auf Null.

Hertie bot als Magnetbetrieb für die Zeit des Wirtschaftswunders mit Vollbeschäftigung und dem legendären Vollsortiment von internationalen Lebensmittel-Spezialitäten, Möbeln und vielen kleinen Anreizen wie Cafeteria, hauseigener Bäckerei, Schallplattenbar, Sport- und Camping-Abteilung sowie einer Hähnchenbraterei viele Anlässe zum Besuch des Einkaufs-Tempels. Zeitweise war Hertie neben Volkswagen und Stadt drittgrößter Arbeitgeber (mit vielen Arbeitsplätzen für Frauen). Oberbürgermeister Dr. Jens-Uwe Nissen bezeichnete Hertie bei der Eröffnung „als Zugmaschine für die Wolfsburger Wirtschaft“.

Nach einer kurzen Sonderkonjunktur 1989 (Grenzöffnung zur DDR) trugen ein zeitgemäßeres Einkaufs-Center in der Fußgängerzone und Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese zum endgültigen Aus des Traditionsunternehmens Hertie in Wolfsburg bei.

Von Kurt Boos

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