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Heiß, heißer, Wolfsburg: Hitzewelle im September

Wolfsburg Heiß, heißer, Wolfsburg: Hitzewelle im September

Wolfsburg. Puuuh, heiß! Auf knapp 32 Grad kletterte das Thermometer in Wolfsburg am Dienstag, Tendenz steigend. Wer konnte, suchte Schatten. Die WAZ war unterwegs: für diese Hochsommer-Reportage im Spätsommer.

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Badesaison im September: Im Freibad in Fallersleben und am Allersee herrschte Hochbetrieb fast wie im Hochsommer.

Quelle: Andrea Müller-Kudelka

Hitzefrei - wie für die VfL-Profis, die ihr Training am Nachmittag absagten - gibt es in den verlässlichen Ganztagsschulen nicht. Doris Henjes, Leiterin der GS 7 in Alt Wolfsburg, betont: „Aber es gibt Unterricht in gelockerter Form.“ Dabei war auch die Wasserlandschaft auf dem Schulhof Anziehungspunkt.

Nach Schulschluss stürmten viele das Freibad in Fallersleben. Kerstin Bruns kam zusammen mit Tochter Mieke (8) und Sohn Sönke (10). Erst vor kurzem kehrten sie von einem zweijährigen Aufenthalt in Mexiko zurück, wo man Hitze kennt und Schatten schätzt: „Die Mexikaner nehmen sich immer einen Schirm als Schutz mit“, erzählte Kerstin Bruns.

Mexiko war eigentlich auch Ziel von Sarina Goldscheck aus Vorsfelde, doch ihr Urlaub fiel ins Wasser. So sonnte sie sich jetzt am Beckenrand. „Ich lebe erst seit diesem Jahr in Wolfsburg“, verriet sie. Das Freibad Fallersleben sei eine der schöneren Ecken der Stadt - und bei Hitze so gut besucht wie der Allersee. Die DLRG-Ortsgruppe Wolfsburg erwartet am Wochenende dort den letzten Ansturm, die Saison endet am 15. Oktober. „Ob 1000 oder 2000 Leute da sind, macht für uns aber keinen großen Unterschied“, so Rouven Heling, Leiter Einsatz.

Selbst zum Eis-Essen war‘s zu heiß. „Da bleibt unsere Terrasse bis 18 Uhr leer“, bedauerte Café-Chef Sandro Levis aus Vorsfelde. Die Stammgäste Ute und Reinhard Görlitz kamen früher: „Das ist besser als in unserem Kleingarten in der Moorbreite. Da kriegt man heute ja eine Klatsche...“

Viel Arbeit bedeutet die Hitze für den Geschäftsbereich Grün der Stadt. Sonst fallen 50 Millimeter Regen, seit ein paar Wochen aber höchstens zwölf pro Quadratmeter im Monat. Blumen werden gewässert, für alle 60.000 Bäume auf 1000 Hektar Fläche reichen die Kapazitäten aber nicht.

So warm war‘s zuletzt 1947

Das war zwar kein Rekordsommer, aber es ist ein Rekordseptember: Höhere Temperaturen als gestern gab es an einem 13. September in der Region laut dem Deutschen Wetterdienst (dwd) zuletzt im Jahr 1947 (33,6 Grad, gemessen in Braunschweig). In Wolfsburg direkt starteten die Messungen erst 1981 – der höchste Wert lag hier bisher bei 29,5 Grad (13. September 2006).

„Ob dies am vielbeschworenen Klimawandel liegt, kann nicht gesagt werden. Dazu wären umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen nötig, um eventuell im Raum Wolfsburg eine Anomalie zu erkennen“, sagt Wetter-Experte Klaus Mader vom dwd. Kurzzeitige Ausschläge des Thermometers habe es immer wieder mal gegeben.

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