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Stadt Wolfsburg Haerder: Ein Wolfsburger Kaufhaus und seine spannende Geschichte
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Haerder: Ein Wolfsburger Kaufhaus und seine spannende Geschichte
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23:07 22.08.2018
Haerder: Fast 60 Jahre lang eine Modegröße in Wolfsburg. Quelle: Archiv
Wolfsburg

Als so genannte Archivalie des Monats präsentiert das Institut für Zeitgeschichte den Auszug aus dem Gewerbeverzeichnis vom 13. Februar 1941 mit Sitz in der heutigen Goethestraße.

Die Firma Haerder begann mit sechs Angestellten und zählte zu den ersten Geschäften in der damaligen „Stadt des KdF-Wagens“. Als die Innenstadt und die neue Geschäftsstraße „Rothehofer Straße“ (heute Porschestraße) geplant wurde, zeigte Haerder früh Interesse an einer Ansiedlung.

Historische Aufnahme: Haerder an der Wolfsburger Porschestraße/ Ecke Pestalozziallee – vor dem Bau der Fußgängerzone in den 70er Jahren war sie noch ein breiter Boulevard mit wenig Verkehr. Quelle: Archiv

Die Architekten Bahr aus Lübeck und sein Wolfsburger Kollege Titus Taeschner entwarfen für Haerder einen zweistöckigen Bau in Stahlbeton-Skelett-Bauweise. An der Außenfront zog sich eine Schaufensterfront über siebzig Meter entlang. Während das Erdgeschoss mit einer Ladenfläche von 1000 Quadratmeter aufwartete, befand sich die Damenkonfektionsabteilung auf 300 Quadratmeter im Obergeschoss. Dort gab es auch Räume für die betriebseigene Schneiderei, die Dekorationsabteilung, die Kantine und die Wohnung des Geschäftsführers. Der obere Abschluss des Gebäudes war so konstruiert, dass man zwei weitere Stockwerke hätte aufsetzen können.

Haerder: Rekordverdächtige Bauzeit von 100 Tagen

Nach einer nahezu rekordverdächtigen Bauzeit von nur rund hundert Tagen wurde das Modehaus Haerder am 28. November 1950 als erstes Geschäft an der Rothehofer Straße neu eröffnet. Der Vorsitzende des Wolfsburger Verkehrsvereins, Rudolf Zenker, gab damals dem Wunsch Ausdruck, das neue Modehaus möge zu einem stärkeren Besuch der Landbevölkerung aus dem Wolfsburger Umland beitragen. Mit den geladenen Gästen wurde ein Rundgang durch die Abteilungen des Hauses durchgeführt.

Totaler Räumungsverkauf vor fast 20 Jahren: 1999 schloss Haerder. Quelle: Archiv/ WAZ

Das neue Kaufhaus beschäftigte anfangs sechzig Angestellte und zählte damit im Wolfsburger Einzelhandel zu den größeren Firmen. Zur Eröffnung titelte die lokale Presse „Kaufhaus im Großstadtstil“. Stilgerecht führte das Modehaus Haerder in den kommenden Jahren Modeschauen durch, die in der Wolfsburger Geschäftswelt Akzente setzten.

Aus Haerder wurde 1973 das Haerder-City-Center

Die bauliche Weiterentwicklung des Modehauses Haerder zum Haerder-City-Center in Kooperation mit der Neuland bildete eine Zäsur in der Geschichte der Firma. Durch die Erweiterung zum Gemeinschaftskaufhaus konnten insgesamt neun Geschäfte im Baukomplex untergebracht werden, der eine Investitionssumme von 18 Millionen D-Mark erforderte. Am 12. November 1973 war es soweit: Das Haerder-City-Center feierte als „neuer Wolfsburger Mittelpunkt“ seine Eröffnung.

Wolfsburger Modehaus erhielt Ehrenurkunde des Bundespräsidenten

Das vielfältige Engagement und die Aktivitäten der Firma Haerder wurden von höchster Stelle anerkannt und gewürdigt. So erhielt Haerder für seine besonderen Verdienste um die Berufsausbildung junger Menschen im Jahre 1984 eine Ehrenurkunde des Bundespräsidenten verliehen.

Umsatz ging seit 1993 zurück

Anfang des Jahres 1999 zogen dunkle Wolken auf; die Geschäftsschließung wurde von der Familie Gaedke als Eigentümerfamilie zum Jahresende angekündigt. Die Geschäftsführung wies in einer Betriebsversammlung darauf hin, dass der Umsatz seit 1993 rückläufig sei und Rationalisierungsmaßnahmen keinen Spielraum hätten. Gleichzeitig habe sich die Wettbewerbssituation verschärft – in Wolfsburg wurde die City-Galerie gebaut. Nach fast sechzig Jahren ging die Haerder-Ära mit einem Total-Räumungsverkauf über vier Wochen am 22. Dezember 1999 zu Ende.

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