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Großer Frust für kleine Bands

Tag der Niedersachsen Großer Frust für kleine Bands

Weil sie ihre Ausrüstung nicht 100 Meter weit schleppen wollte, hat eine Band ihren Auftritt beim tag der Niedersachsen wieder abgesagt. Viele Amateurmusiker sind frustriert wegen der strengen Sicherheitsauflagen.

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Konzert beim Tag der Niedersachsen: Auch Bands wie „Sweety Glitter“ sind genert von den Auflagen.
 

Quelle: Sebastian Bisch

Wolfsburg.  Eigentlich soll es ein schönes buntes Fest werden – doch bei manchen kleinen Bands sorgt der anstehende Tag der Niedersachsen für Frust. Strenge Duchfahrtsperren selbst für Aktive, großer organisatorischer Aufwand, dafür nicht einmal Spesen-Ersatz – eine Amateurgruppe hat ihren Auftritt am Wochenende beim Landesfest deswegen sogar wieder abgesagt.

Eigentlich sollte die Band „4 Live“ aus Osloß am Freitag um 20 Uhr auf der Bühne des Landestrachtenverbands in der mittleren Porschestraße die Zuhörer mit Rock und Pop in Stimmung bringen. Doch wegen des Sicherheitskonzepts mit rigorosen Zufahrtbeschränkungen „hätten wir unsere Ausrüstung bereits um 14 Uhr abladen und dann stundenlang darauf aufpassen müssen“, ärgert sich Hans-Joachim Spierling. „Wir sind Amateure, das können wir gar nicht leisten.“ Nachfragen bei der Stadt, ob man nicht eine Ausnahme machen könne, seien „rigide abgebügelt“ worden. Folge: Die Bands sagte ihren Auftritt genervt wieder ab.

Eine Entscheidung, vor der auch „Final Impact“ fast stand. Die Gifhorner spielen am Freitag ab 22 Uhr auf der Bühne von Radio Okerwelle am DOW. Worüber sich Till Siedentopf am meisten ärgert: „Das ist ein Riesen-Fest, aber für die kleinen Bands ist nicht ein Euro da. Wir bekommen nicht einmal unsere Fahrtkosten ersetzt, das ist unter aller Sau.“ Man spiele eigentlich nur noch, um die Fans nicht zu enttäuschen. Für die Anlieferung der Ausrüstung, das sieht auch er so, gebe es „sehr strenge Auflagen.“

Bereits seit Jahrzehnten im Geschäft ist die Kultband „Sweety Glitter and the Sweethearts“. Die Glam-Rocker haben schon allerhand erlebt, Auflagen wie in Wolfsburg aber offenbar noch nicht. Band-Manager Stefan Jahnke: „Nur aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit mit Christopher Hesse und seinem Team von der WMG ist dieser Auftritt für uns überhaupt einigermaßen handelbar.“

Und was sagt die Stadt? Koordinierung und Konditionen der Bandauftritte oblägen den Ausrichtern auf den einzelnen Bühnen, also Landesverbänden oder Radiosendern – und nicht der Stadt Wolfsburg, so Sprecherin Elke Wichmann. Allerdings: Eine direkte Anlieferung des Equipments mit Fahrzeugen während der Öffnungszeiten der Festmeile sei in der Tat nicht gestattet worden. „Die Sicherheit der Besucher geht hier vor“, sagt Wichmann. Die Band, die abgesagt habe, hätte bei Anreise erst kurz vor dem Auftritt „einen Weg von weniger als 100 Metern von der nächsten Parkgelegenheit bis zur Bühne“ gehabt.

Da schleppt man sein Schlagzeug doch gerne mal...

Von Ulrich Franke

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