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Stadt Wolfsburg Glücksritter und Telefonjoker
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Glücksritter und Telefonjoker
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00:18 04.12.2017
Dieter Tappert als Paul Panzer: Bekannt wurde der Komiker durch Telefonscherze. Quelle: Archiv
Wolfsburg

„Panscher, ich begrüße Sie!“ – mit seinen Scherzanrufen ist Paul Panzer berühmt geworden. Inzwischen ist der Comedian nicht mehr nur im Radio zu hören, sondern macht auch bundesweit die Bühnen unsicher – zum Beispiel am Samstag, 9. Dezember, im Congress-Park. Mit der WAZ sprach Panzer, der am Telefon geduzt werden wollte, über sein Bühnenprogramm und seine ganz eigene Glücksphilosophie.

Spreche ich mit Paul Panzer oder mit Dieter Tappert?

Am liebsten mit Paul. Ich bin ja in der leicht schizophrenen Situation, dass ich mir meinen Körper teilen muss. Aber der Dieter ist der Langweiligere, die Arbeit muss ja der Paul machen. Von daher würde ich sagen: Paul.

Wie läuft denn das so mit dem Körper-Teilen? Kommen Sie ganz gut miteinander aus?

Es ist schwierig, immer dieses Hin- und Herspringen. Wenn ich die Zeit mal abziehe, in der ich schlafe, dann bin ich eigentlich öfter Paul als Dieter. Ich hoffe nicht, dass sich das irgendwann umschlägt und ich dann nur noch Paul bin.

Paul, was erwartet denn die Besucher am 6. Dezember in Wolfsburg bei deinem Programm?

Es wird auf jeden Fall gelacht, aber auch mit ein paar ernsten Untertönen. Das neue Programm heißt ja „Glücksritter … vom Pech verfolgt“, wobei bei mir wohl eher das „vom Pech verfolgt“ zutrifft. Es ist ja so: Jeder Mensch will irgendwie glücklich sein, darum wird es auch in Wolfsburg gehen.

Was bedeutet Glück für dich?

Damit tu ich mich tatsächlich schwer. Deswegen war mir das Programm auch so wichtig – es ist eigentlich mein persönlichstes Programm. Ich wurde mit einer Grundmelancholie geboren. Depression würde ich es nicht nennen, aber Glück und Glücklichsein ist ein eher seltener Zustand bei mir. Aber ich glaube, Glück ist manchmal auch schon, wenn einfach nichts passiert. Da könnte ich mir was von meiner Mutter abgucken: Die findet das Große im Kleinen. Meine Mutter geht über die Straße und kommt drüben an und sagt: „Och, Glück gehabt!“. Eigentlich müsste man abends im Bett liegen und sagen: „Was war denn heute? Nix ist passiert, keiner krank, keine Post von der Stadt, Tochter nicht schwanger – das ist ja auch schon was wert.“

Ist Zufriedenheit also wichtiger als Glücklichsein?

Ja, ich glaube schon. „Zufrieden“ ist, glaube ich, die kleine Schwester vom Glück. Wenn man zufrieden ist, dann ist das schon viel wert. Glück ist dann die Kirsche auf der Sahnetorte. Glück ist auf jeden Fall, wenn man lachen kann, und das ist auch so meine Intention für Wolfsburg. Also die werden hoffentlich nach zehn Minuten wieder die Hütte abreißen wie beim letzten Mal vor Lachen. Und wenn ich das zwei Stunden schaffe, dann bin auch ich sogar mal glücklich.

Wirst du jemandem etwas in den Nikolausstiefel stecken?

Ja, ich hab ja eine Familie, da muss ich ja, ne? Die hängen ja an jedem Vorabend die Nikolausstiefel raus. Und kurioserweise werden die Schuhgrößen immer größer. Ich bezweifle, dass die Kinder Schuhgröße 54 haben, aber da guck ich jetzt mal drüber weg. Also ich muss auf jeden Fall ein paar Sachen reinräumen, aber ich bin da mehr so klassisch. Ein paar Walnüsse, ein paar Mandarinen und ein bisschen Süßigkeiten und dann ist gut.

Fürs Radio hast du Hunderte Male Leute am Telefon verkaspert und die Gespräche aufgenommen. Bist du auch selber schon mal einem Scherzanruf zum Opfer gefallen?

Früher, als ich das selber noch so für die Radiosender gemacht habe, da haben das immer mal wieder Kollegen probiert, aber geklappt hat das nie.

Von Frederike Müller

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