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Stadt Wolfsburg „Gewaltfrei Lernen“: Regenbogenschüler üben Sozialverhalten
Wolfsburg Stadt Wolfsburg „Gewaltfrei Lernen“: Regenbogenschüler üben Sozialverhalten
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06:00 26.10.2018
Augen zu! Mit einer Zweierübung lernten die Westhagener Grundschüler, Verantwortung zu tragen. Quelle: Roland Hermstein
Westhagen

Es ist auffallend ruhig im Klassenraum der 4a, nur leises Kichern ist zu hören. Tische und Stühle sind an den Wänden gestapelt, auf der freien Fläche dazwischen zieht jeweils ein Kind ein anderes an einem Seil hinter sich her – wer hinten läuft, muss die Augen geschlossen halten. Die Übung gehört zum Projekt „Gewaltfrei Lernen“, bei dem alle Klassen der Regenbogengrundschule Westhagen mitmachen.

„Wer vorne läuft, trägt Verantwortung“, erklärt der Trainer vom Kölner Förderverein „Gewaltfrei Lernen“ den Kindern. „Und dann ist es schwierig, Blödsinn zu machen.“ Die Übung klappt, keiner stolpert, niemand wird angerempelt und die Kinder haben Spaß.

Gegen Streit und Gewalt: Projektwoche für alle zwölf Klassen

Jede der zwölf Klassen absolviert im Laufe der Projektwoche drei Doppelstunden, in der die Schüler lernen, fair miteinander umzugehen, Konflikte zu lösen und Streit und Gewalt zu vermeiden.

Begeistert: Die Klasse 4a war hochmotiviert und nahm jeden Tipp vom Trainer begierig auf. Quelle: Roland Hermstein

„Stop! Hör auf, Drako, schubs mich nicht!“, ruft einer der Jungen, stellt sich breitbeinig hin und streckt dem Angreifer deutlich die flache Hand entgegen. Der „Angreifer“ ist heute nur die Handpuppe Drako – auf dem Schulhof könnten es aber auch die Mitschüler sein. „Ich fühle mich jetzt sicherer, weil ich weiß, wie man sich befreien kann, wenn einen jemand festhält“, erzählt Alessia Testa (11).

Die Kinder lernen auch, sich gegen Mobbing zu wehren

Neben der „Stop-Hand“, dem „stabilen Stand“ und dem „Bohrer-Blick“ lernen die Kinder auch, ihre Stimme zu erheben. „Es war lustig, als wir alle die Bärenstimme gemacht haben“, sagt Erik Schneider (9). „Da wird man ein bisschen lauter. Aber nicht zu laut – sonst wird man ausgelacht.“

Die Lehrer haben das Programm selbst auch durchlaufen. „So konnten wir das am eigenen Leib erleben“, so Rektor Rainer Prieß. „Wir wollen die Inhalte ja mit den Schülern später noch auffrischen.“

Von Frederike Müller

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