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Gericht muss Petra P. für lebend erklären

Wolfsburg Gericht muss Petra P. für lebend erklären

Das ist schier unglaublich: Die Wolfsburgerin Petra P., die als junge Studentin 1984 spurlos verschwand, ist nach 31 Jahren wieder aufgetaucht. Das Amtsgericht muss die heute 55-Jährige offiziell für lebend erklären und sie muss wieder ihren richtigen Namen annehmen.

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Dass Petra P. solange unerkannt leben konnte, ist der Polizei ein Rätsel. Sie nahm in Düsseldorf den Namen Schneider an. Offizielle Papiere besaß sie nicht, sie hielt sich mit einfachen Jobs über Wasser. „Sie war auch nie ernsthaft krank“, sagt der Braunschweiger Polizeisprecher Joachim Grande. Wenn doch, zahlte sie immer und alles bar. „Dass jemand solange unentdeckt und isoliert leben kann, ist bemerkenswert.“ Der Fall sei einmalig.

Am 27. Juli 1984 meldete der Bruder von Petra P. die damals 24-Jährige vermisst. Sie wohnte zu dem Zeitpunkt in einem Braunschweiger Studentwohnheim. Mit der damaligen Linie 23 fuhr sie von Braunschweig nach Wolfsburg, um ihre Eltern zu besuchen, die in Mörse lebten. An der Haltestelle Rasthof bei Westhagen war sie das letzte Mal gesehen worden. Weil aber in einem Waldstück in der Nähe ein Jahr zuvor eine 14-Jährige ermordet aufgefunden wurde, glaubten die Ermittler, auch Petra P. sei einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Der Fall wurde sogar in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ nachgestellt.

Petra P. habe die Flucht laut Polizei geplant, Geld gespart und eine Wohnung angemietet. Sie habe alles aussehen lassen, als sei ihr etwas zugestoßen. „Zu den Motiven ihres Verschwindens sagt sie nichts“, so Grande. Und sie sei nicht gerade glücklich, dass die Polizei sie gefunden habe. Das Wolfsburger Amtsgericht hat sie 1989 für tot erklärt - und muss sie jetzt wieder offiziell für lebend erklären.

Die Familie will über einen Brief, den die Polizei übergeben soll, Kontakt zu Petra P. aufzunehmen. Ihr Bruder wollte sich gegenüber der WAZ nicht äußern.

jes

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