Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Gefährlich! Laserpointer gibt es mit Reichweiten über 100 Kilometer

Wolfsburg / Hannover Gefährlich! Laserpointer gibt es mit Reichweiten über 100 Kilometer

Wolfsburg. Ein Angriff mit einem Laserpointer - für Piloten und auch Autofahrer eine Horrorvorstellung. „Wer davon getroffen wird, ist mindestens auf einem Auge eine Zeitlang blind“, weiß Dr. Wolfgang Möllenstedt, zweiter Vorsitzender des Wolfsburger Aero-Clubs.

Voriger Artikel
Netto-Markt in Brackstedt: Spatenstich im Herbst
Nächster Artikel
Polizeieinsatz in der Poststraße: Lieferwagen gestoppt

Flugzeug im Landeanflug auf den Flughafen in Hannover-Langenhagen: Auf deutschen Flughäfen mehren sich Blend-Attacken durch Laserpointer gegen Piloten.

Quelle: Archiv (Symbolfoto)

Mitglieder seines Vereins seien zum Glück noch nie betroffen gewesen, sagt er: „Unsere Segelflieger sind vom Boden aus kaum zu sehen oder zu hören. Einen Jumbo sieht man natürlich.“ Dass Menschen verantwortungslos andere mit solchen Attacken in Lebensgefahr brächten, „darüber kann man nur den Kopf schütteln.“

Schon einmal hatte es in Wolfsburg einen vergleichbaren gefährlichen Zwischenfall gegeben, der liegt allerdings Jahre zurück. Polizeisprecher Thomas Figge erinnert sich: „Bei der Suche nach einer vermissten Person überflog ein BGS-Hubschrauber die Nordstadt. Der Pilot wurde von einem Laser geblendet und musste den Flug sofort abbrechen.“ Ein Täter wurde nicht ermittelt.

Laserpointer wurden ursprünglich als „Lichtzeiger“ insbesondere für Vorträge mit Projektionen verwendet, um über wenige Meter Entfernung einzelne Stellen der Projektion zu markieren. Mittlerweile werden im Internet „Hightech-Laserpointer“ angepriesen, mit Reichweiten von über 100 Kilometer reichen sie bis ins Weltall. Je höher die Leistungsfähigkeit eines Laserpointers, desto gefährlicher ist er für das menschliche Auge, Erblindung ist eine mögliche Folge. Schon für unter zehn Euro gibt es Pointer mit einer Reichweite von einem Kilometer zu kaufen.

fra

„Laser können die Augen der Piloten verletzen“

Anja Naumann ist Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS). Die AZ/WAZ sprach mit ihr über die Attacke mit dem Laserpointer.

WAZ: Wie hoch war der A320, als er Wolfsburg überflog und die beiden Piloten vom Laserpointer geblendet wurden?
Naumann: Der A320 war in 2140 Meter Höhe im Landeanflug auf den Flughafen Hannover, als er geblendet wurde.

WAZ: Wie lässt sich der Ausgangspunkt der Attacke, das westliche Wolfsburger Stadtgebiet, ermitteln?
Naumann: Der Pilot informierte unseren Fluglotsen über die Laserblendung. Der diensthabende Wachleiter gab den gemeldeten Ort direkt an die zuständige Polizeidienststelle weiter. Diese nimmt dann die Suche nach dem Täter auf.

WAZ: Welche Gefahr geht von Laserpointern aus, wie weit können die blenden? Gab es bereits dramatische Zwischenfälle, die zu Unfällen/Abstürzen führten?
Naumann: Grundsätzlich kann man sagen, dass im Schnitt an zwei Tagen drei Luftfahrzeuge im gesamten Bundesgebiet geblendet werden. Knapp 80 Prozent der Laserblendungen ereignen sich im Großraum eines internationalen Verkehrsflughafens. Im Umfeld des Flughafens Hannover hat es voriges Jahr 17 Laserblendungen gegeben. Die Flughäfen Köln, Berlin-Tegel und Hamburg waren 2015 am häufigsten von einer Laserblendung betroffen. Laserblendungen sind insofern gefährlich, weil sie das Auge des Piloten verletzen können. Es gab zum Beispiel einen Fall, dass ein Hubschrauberpilot sich nach der Landung unmittelbar in ärztliche Behandlung begeben musste, weil seine Sehleistung nach einer Laserblendung stark beeinträchtigt war. Das Laserblendungen damit keine dummen Jungenstreiche mehr sind, muss ich nicht dazusagen. Wer sich so fahrlässig verhält, macht sich strafbar.

fra

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wolfsburg
Unglaublich: In Wolfsburg hätte es um ein Haar zu einem Flugunglück kommen können, nachdem zwei Airbuspiloten von einem Laserpointer geblendet wurden.

Unglaublich: In Wolfsburg hätte es um ein Haar zu einem verheerenden Flugunglück kommen können. Die beiden Piloten eines Airbus A 320 mit 157 Passagieren an Bord wurden beim Überfliegen der VW-Stadt vor zehn Tagen am späten Abend von einem offenbar extrem starken Laserpointer geblendet.

mehr
Mehr aus Stadt Wolfsburg
Borth im Radio - der wöchentliche Talk mit WAZ-Chefredakteur Dirk Borth auf radio21

Dirk Borth, der Chefredakteur der Wolfsburger Allgemeinen ist jetzt jeden Freitag um 16.30 Uhr bei Radio21 zu hören. "Borth im Radio" - aktuelle Kommentare aus der Region. mehr

VW-Promi-Fahrsicherheitstraining

Was halten Sie von einem Handy-Warnsystem für Bürger?

Hier ist tierisch was los! Die WAZ hat eine neue Serie gestartet: „Mein Haustier“. Wer seinen Liebling gern in der Zeitung vorstellen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. mehr

Hier lesen Sie die Sonderveröffentlichungen von AZ und WAZ zu vielen interessanten Themen. mehr