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Stadt Wolfsburg Für deutsch-italienische Paare wird das Spiel am Samstag hart
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Für deutsch-italienische Paare wird das Spiel am Samstag hart
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00:16 03.07.2016
Möge der Bessere gewinnen: Auch für Gianni und Ines Barca ist die Partie Deutschland gegen Italien nicht einfach. Quelle: Sebastian Bisch
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Gianni Barca hat bei dem Spiel keinen leichten Stand: „Wir schauen es uns mit Nachbarn an - ich bin der einzige Italiener“, verrät er. Aber er hofft auf die Unterstützung seiner Frau: „Sie trägt unter dem deutschen Trikot bestimmt noch ein italienisches.“ Eigentlich ist Gianni Barca kein großer Fußball-Fan, aber wenn er sehe, mit welcher Hingabe die italienische Mannschaft die Nationalhymne singe, wisse er, wie entschlossen sie sei.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und seine Anna sind wohl Wolfsburgs bekanntestes deutsch-italienisches Paar: „Ich werde das Spiel im Kreis meiner deutsch-italienischen Familie ansehen. Ich drücke selbstverständlich dem Team von Jogi Löw die Daumen - auch wenn ich vor diesem Fernseher vielleicht der Einzige bin“, sagt Osterloh.

Auch im Hause Artale gebe es wegen des EM-Viertelfinales „keinen Zoff“, versichert Rocco Artale. Er schaut sich das Spiel mit seiner Hannelore, Schwester und Schwager in Italien an. „Da hat meine Frau keinen so leichten Stand“, meint der Vorsitzende des Seniorenrings schmunzelnd. Die italienische Übermacht sei groß. Auch die italienische Mannschaft werde es bei dem Spiel schwer haben - wegen der guten Defensive der Deutschen. Artales Tipp: „Egal wer gewinnt, es wird ein knapper Sieg, es gibt keine vier oder fünf Tore.“

Lupo-Trainer Francisco Coppi hatte vor der Fußball-EM den Azzurri nicht all zu viel zugetraut, das habe sich im Laufe des Turniers jedoch geändert: „Ich glaube an den Trainer Antonio Conte, er holt das Maximale aus der Mannschaft raus.“ Coppi schaut sich mit der Familie das Spiel in Spanien an. Die Emotionen würden dabei nicht hochkochen, sagt der Lupo-Trainer. Er ist natürlich für Italien, der Sohn auch, seine Frau für Deutschland - und die Tochter mag die spanische Mannschaft, weil Oma Spanierin ist.

Auch beim Ehepaar Monika und Quinto Provenziani bleibe es ruhig. Die beiden sind sich einig: „Wer besser spielt, soll gewinnen.“ Und: „Ich bin kein Fanatiker“, sagt der Wolfsburger Künstler, der früher selbst kickte. Er mag es nicht, wenn die Moderatoren im italienischen Fernsehen so sehr übertreiben, wenn sie Fußballspiele kommentieren. „Deshalb stelle ich den Ton ab“, so Provenziani.

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Jetzt geht das wieder los!

ein Kommentar von Andre Pichiri

Mamma mia! Jetzt geht das wieder los! Bis Samstagabend werde ich immer und immer wieder diese eine Frage gestellt bekommen. „Und?! Für wen bis du?“ Als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter kann ich die ungezügelte Neugier freilich niemandem verübeln. Antworten werde ich aber auch diesmal mit einem „Mal schauen“.

In sämtlichen anderen Sportarten juckt es mich herzlich wenig, wie Italien abschneidet. Und meinem VfL Wolfsburg kann kein AC Milan, kein Inter Mailand, kein Juventus Turin das Wasser reichen. Aber wenn EM oder WM ist, dann fängt schlagartig eben doch mein zweites Herz – das grün-weiß-rote – an zu pochen.

Die Geschichte vom (auch von mir) unterschätzen Italien, das überraschend eine bärenstarke EM spielt, hätte schon ein Happy-End verdient. Anderseits wird es vielleicht einfach Zeit, dass Deutschland gegen die Squadra Azzurra endlich den ersehnten ersten Sieg bei einem Turnier einfährt. Und wenn es nur dazu dient, dass in Deutschland alle etwas entspannter werden.

Selbst die Wetterfee im Fernsehen kündigte am Dienstag mit Schaum vor dem Mund an: „Diesmal hauen wir die Italiener weg!“ Und ich dachte mir: Wenn die mit ihren Fußball-Prognosen genauso richtig liegt wie mit dem Wetter, kann sich Italien schon mal aufs Halbfinale freuen.

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