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Friedhofssatzung: Stadt zieht Vorlage zurück

Letzte Ruhe Friedhofssatzung: Stadt zieht Vorlage zurück

Es fehlte nicht viel, dass die Friedhofsruhe in Wolfsburg empfindlich gestört worden wäre. In einer neuen Friedhofssatzung wollte die Verwaltung eine Bestattung für Einwohner aus Westhagen und Detmerode nur noch auf dem weit entfernten Nord- oder Waldfriedhof zulassen. Dagegen regte sich erheblicher Widerstand.

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Neue Friedhofssatzung in Wolfsburg: Hinter den Kulissen wird jetzt an einem Kompromiss gearbeitet.
 

Quelle: Archiv

Wolfsburg. Bürger beschwerten sich bei Politikern, der Ortsrat Westhagen lehnte die Vorlage rundweg ab, drei Rats-Fraktionen erarbeiteten einen Gegenantrag. Der ruht vorerst, weil auch die Verwaltung die umstrittene Vorlage zurückgezogen hat. Hinter den Kulissen soll nach einem für alle gangbaren Kompromiss gesucht werden.

Das Thema ist kompliziert. In Westhagen und Detmerode gibt es keine eigenen Friedhöfe, große Teile der dortigen Bevölkerung fanden schon immer auf Nord- oder Waldfriedhof ihre letzte Ruhe. Manche Angehörige aber wollten ihren Verstorbenen räumlich näher sein und entschieden sich für den zunächst für alle Wolfsburger offenen Südfriedhof in Ehmen. Der aber wurde zum reinen Ortsteilfriedhof herruntergestuft, heißt seither „Friedhof Brunsroder Straße“. Ortsfremde durften dort nicht mehr beigesetzt werden, Alternative für die Menschen aus Detmerode und Westhagen sollte der Friedhof Fallersleben sein.

Älteren Menschen seien die weiten Wege nicht zuzumuten

Doch dann ergab sich ein technisches Problem. Ein Gutachten ergab, dass wegen ungünstiger Bodenbeschaffenheit in Fallersleben Verwesungsprozesse viel länger dauern als üblich. Die Wiederbelegung von Flächen wird sich dort voraussichtlich verzögern, die Kapazität irgendwann erschöpft sein. Vor diesem Hintergrund schlug die Verwaltung vor: Für Einwohner aus Detmerode und Westhagen sollten künftig nur noch Nord- und Waldfriedhof als letzte Ruhestätte vorgesehen werden.

Zeitgleich mit dieser Vorlage brachten CDU, SPD und PUG einen Gegenantrag in den Bauausschuss ein: Der Ehmer „Südfriedhof“ soll weiter als Alternative angeboten werden; besonders älteren Menschen seien die weiten Weg in die Nordstadt nicht zuzumuten. Beraten wurde der Antrag allerdings ebenso wenig wie der eigentliche Beschlussvorschlag, weil die Verwaltung ihre eigene Vorlage im letzten Moment zurück zog. Nachvollziehbarer Hintergrund: Das Thema sei zu sensibel, um es zum politischen Streitfall werden zu lassen. Nun ruht das ganze Thema, so lange gilt die bisherige Regelung – und die Suche nach einem möglichst verträglichen Kompromiss geht weiter.

Von Ulrich Franke

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