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Stadt Wolfsburg Freispruch trotz Telefon-Terror
Wolfsburg Stadt Wolfsburg Freispruch trotz Telefon-Terror
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23:55 13.11.2013
Polizei-Leitstelle: Hier gehen die Notrufe ein. Quelle: Photowerk (he)
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Die Vorfälle, um die sich der Prozess drehte, spielten sich zwischen Juli und August 2012 ab. Allein am 2. Juli wählte die Wolfsburgerin 82-mal die Notrufnummer 110! Dazu kamen zahlreiche Fälle, die nicht Teil des Prozesses waren.

Sieben Beamte der Wolfsburger Polizei sagten vor Gericht aus. Sie schilderten die unglaublichen Szenen, die sich in der Leitstelle und an der Wohnung der 49-Jährigen abspielten. Immer wieder rückten Streifenbesatzungen aus, um der Frau ihre Telefone abzunehmen. Teilweise gab sie die Geräte freiwillig heraus, in anderen Fällen versteckte sie diese im Schrank. „Sie war sehr alkoholisiert und aufbrausend“, so ein 32-jähriger Kommissar.

Andere Polizisten schilderten eher kuriose Szenen: So flüchtete die 49-Jährige einmal über den Balkon. Immer wieder beschimpfte sie die Beamten aufs Übelste.

Bei der Polizei konnte man sich keinen Reim auf die Notrufe machen. „Ich konnte nicht ergründen, was sie von uns wollte“, so ein 60-jähriger Beamter. Ein Polizeikommissar (54) beschrieb die Gefahr des Notruf-Terrors: „Wir haben für Wolfsburg nur zwei Notruf-Leitungen, bei solchen Anrufen wird es schwierig!“

Die Wolfsburgerin ist bereits wegen Fällen aus dem Jahr 2009 einschlägig vorbestraft. Ein psychiatrischer Gutachter attestierte ihr jetzt eine starke Psychose - im Zusammenspiel mit dem Alkohol sei die Frau als schuldunfähig einzustufen. Die Folge: Freispruch.

rpf

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